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 Betreff des Beitrags: Erebil, Fährtenleserin und Kundschafterin
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 17:44 
Bree, Tag 1

Menschenmengen, Gedränge, laut, Gestank … das sind die ersten Eindrücke, als Erebil Bree erreicht. Die Wachen am Tor mustern sie abschätzend. „Südländer? Verschwinde!“ Eher verwirrt sieht sie die Wachen an. „Erebil mein Name. Aus Gondor.“ Die Wachen schauen sich an, der Rechte zuckt die Schultern und winkt sie durch. Schnell, ehe sie es sich anders überlegen, führt Erebil ihre Stute durch das Westtor. Wo soll sie beginnen?

Ihr Blick fällt auf den Stall und sie stellt dort ihr Pferd unter. Gegen einige Kupferlinge erfährt sie vom Stallmeister wo das Gasthaus zu finden ist. Noch zuversichtlich findet sie den Weg zum tänzelnden Pony und betritt es durch den Vordereingang. Sofort spürt sie die Blicke der Anwesenden auf sich. Am Tresen wird erstaunlich viel Platz und einige der Gäste greifen an ihre Schwertgriffe. Langsam geht sie zum Wirt vor. „Haradrim werden hier ungern gesehen. Fass dich also kurz.“ Erebil realisiert, das ihre dunkle Hautfarbe das Problem ist. „Ich komme aus Gondor.“ Deutlich und lauter als beabsichtigt spricht sie. Dann fragt sie den Wirt nach Farana, doch der schüttelt den Kopf und deutet zur Tür. „Such woanders.“ Erst will sie protestieren, doch als zwei Herren auf sie zukommen, die Schwerter halb aus der Scheide gezogen, beschliesst sie den Rückzug anzutreten und verlässt das Gasthaus.

Unschlüssig will sie schon zurück zum Westtor, als sie eine rauhe Männerstimme hinter sich hört. „Kannst bei uns bleiben. Unsere Besenkammer ist billig und ein altes Bett gibt´s auch. Aber wehe, du machst Probleme.“ Sie dreht sich um und sieht sich einem wahren Hünen gegenüber. Seine Oberarme sind muskulös und seine Schürze lässt ahnen, das er Schmied ist. Knapp nickt sie ihm zu. „Ist Recht, Herr.“ Erleichtert, wenigstens eine Bleibe zu haben, folgt sie ihm und macht es sich nach einem Abstecher zurück zum Stall, bequem. Viel hat sie ohnehin nicht: Decke, eine einfache Robe, ihre Waffen und die Reiserüstung. Erschöpft legt sie sich aufs knarzende Bett und schläft unter den mehr oder weniger gleichmässigen Schlägen der Schmiedehämmer ein.

Bree, Tag 2

Früh am Morgen geht Erebil vor die Tore und wäscht sich am kleinen Bach vor der Stadt. Erfrischt und in die Robe gekleidet, lenkt sie ihre Schritte erneut zur Gaststätte. Von der Bühne am Vorplatz hört sie Musik und verharrt am Zaun. Sorgsam verbirgt sie ihr Gesicht unter der Kapuze ihres Umhangs, die Hände bedecken Handschuhe. Neben ihr tritt ein Mann an den Zaun, nickt scheinbar knapp und wendet sich dann einem wahren Felsbrocken zu, der vor dem Gasthaus liegt. Neugierig und da sie ja irgendwie ihre Suche beginnen muss, folgt sie dem Mann. Dieser sitzt nun auf dem Stein und liest in einem Buch. Sein Gesichtsausdruck scheint konzentriert, doch bemerkt er ihre Versuche, den Buchtitel zu lesen. Der Herr stellt sich als Shairmon vor und zu ihrer Freude ist auch er aus Gondor und hat dunkle Haut. Er läd sie ein, mit ihm zum Speisesaal zu kommen und etwas mit ihm zu trinken. Froh, nicht wieder abgewiesen zu werden, folgt sie ihm und so beginnt ein Gespräch über die Gemeinschaft, welcher Shairmon angehört. Menschen aus Gondor, die sich hier zusammengeschlossen haben, eine Art zu Hause bilden. Eine Einladung zu ihnen, teilzuhaben am Kaminabend, folgt und Erebil fasst den Entschluss, dieser Einladung zu folgen.

Rückblick

Gondor, Lossarnach, Waldgebiete

Erebil folgt lautlos ihrem Mentor Dromian durch das Unterholz. Sein Alter von über 50 Jahren sieht man ihm nicht an, wie er sich geräuschlos vor ihr her durch das Dickicht pirscht. Immer wieder sieht er zu ihr zurück, ob sie denn auch sein Tempo halten kann. Grinsend deutet sie ihm an, ruhig ein zügigeres Tempo zu wählen, wo bei ihre grünen Augen vor Neugier blitzen.

Er hatte sie früh, noch vor Sonnenaufgang, geweckt und sie mit einem Versprechen auf eine Überraschung aus ihrem Lager gelockt. Ein schnelles Frühstück, das sie wie so oft, schweigend zu sich nahmen und schon waren sie losgezogen. Hinaus in die grade erst erwachenden Wälder, wo die ersten zaghaften Sonnenstrahlen sich den Weg durch die Baumwipfel suchten.

Nun ist es schon beinahe Abend und ausser einer kurzen Rast zur Mittagsstunde sind sie weiter gen Norden gewandert. Minas Tirith kann nicht mehr weit sein und durch die Sträucher und Bäume meint Erebil bereits die ersten Felder und Höfe zu sehen, als sie neben sich ein Knacken hört, gefolgt von dem Aufprall eines herabfallenden Astes. Nur kurz schaut sie zu dem Ast, ehe sie wieder zu Dromian sieht. Dieser jedoch lehnt an einem Baum, den rechten Zeigefinger an seine Lippen haltend. Ein Pfeil ragt aus seiner Brust, nahe dem Herzen. Erebil versucht sich zu konzentrieren, duckt sich und nimmt ihren Bogen. Langsam zieht sie einen Pfeil aus dem Köcher, legt an und spannt den Bogen. Sie steht auf, sieht erneut zu Dromian. Er deutet ein Nicken an, zeigt auf einen Baum rechts von ihr. Als sie sich diesem zudreht, sieht sie aus den Augenwinkeln noch, wie Dromian lautlos am Baum zu Boden gleitet, doch ihre Augen haben bereits etwas anderes erblickt. Auf einem Ast, weit über ihr, kauert ein Mann, zielt mit dem Bogen auf sie. Ohne zu zögern lässt sie ihren Pfeil von der Sehne fliegen. Sie hört den dumpfen Aufschlag des Getroffenen im selben Moment, als sie ihren Mentor erreicht. Dieser lächelt sie stolz an. „Du bist gut. Besser als ich mittlerweile.“ Er schliesst die Augen, legt die rechte Hand an den Pfeil. „Sag ihr, ich liebe sie noch immer. Du musst sie suchen.“

Erebil überlegt kurz. Wen kann er meinen? Doch dann fällt es ihr ein. Das Gespräch, als Dromian und sie vor einigen Wochen angeln waren. Eine Tochter, Farana. Er hatte sie nach Bree geschickt, um sie dort von den Gelehrten unterrichten zu lassen. Sie war damals wohl noch ein Kleinkind und Dromian´s Frau am Fieber gestorben.

Sie nickt. „Ich finde sie. Aber erst muss ich dich nach Mina…“ Sie bricht ab, als sie merkt, das die Hand ihres Mentors hinabgesunken ist, sein Blick gebrochen. Er hat sie gelehrt, den Bogen zu führen. Dolche im Nahkampf einzusetzen, Fährten zu lesen. Doch wie sie mit Tod umgehen soll … das nicht.
Hilflos sitzt sie im Moos, nachdem sie ihren Mentor unter Laub, Ästen und Steinen bedeckt hat. Minas Tirith … das war die Überraschungng, wird ihr klar. Sie war nie dort gewesen und doch wusste er, dass sie es gern sehen würde. Erebil steht auf. Ein Blick zurück, wo sie die Leiche des Angreifers vermutet. Gleichgültig. Sie wendet sich gen Norden, schultert ihren Bogen und geht weiter. Am Waldrand schliessen die ersten Felder an, die sie rasch überquert. Am ersten Hof erbittet sie Unterkunft im Stall und bekommt auch eine warme Suppe gereicht. Erschöpft, traurig, zerschlagen, sinkt sie ins Stroh und schläft traumlos ein.
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OOC:
Hallo zusammen,
erstmal danke, das ich mich bereits Rekrutin nennen darf. Ich hoffe nur, der Roman da oben ist nicht zuviel :oops:
RP ist meine Leidenschaft, ohne die ich mir Lotro nicht vorstellen kann. Stundenlange Raids sind nichts für mich oder endloses Farmen. Ich gebe meinen Chars gern Hintergrund mit auf den Weg, doch versuche ich dabei immer im normalen Rahmen zu bleiben und auch Stellen oder Charakterzüge offen zu lassen, um den Char im RP die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln. Soviel zu mir, Fragen jederzeit gern abn mich. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Erebil, Fährtenleserin und Kundschafterin
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 19:03 
Wächter Gondors
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Registriert: Sa 7. Jul 2012, 14:43
Beiträge: 817
Arri blickte der jungen Frau nach, als sie sich aus der Runde verabschiedete. Es machte sie zornig, dass jemand ihr das Gefühl gegeben hatte, sie sei nicht willkommen. Das hätte Erebil erspart bleiben sollen! Dennoch würde sie sich wehren lernen müssen, konstatierte Arri für sich - und akzeptieren, dass sie nicht alle liebten. Gerade auch ihrer dunkleren Haut wegen. Als ob eine Farbe eine Bedeutung hätte.

Auch hier noch einmal herzlich willkommen, Erebil, und danke für diese lebendige Geschichte! Sie gefällt mir total gut!

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 Betreff des Beitrags: Re: Erebil, Fährtenleserin und Kundschafterin
BeitragVerfasst: Mi 27. Nov 2013, 13:42 
Bürger Gondors
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Registriert: Do 22. Okt 2009, 13:18
Beiträge: 1996
Als Dugal vom Kaminabend die Schritte zu seiner Hütte lenkt, gehen ihm mehrere Gedanken durch den Kopf. Warum verhielt sich sein rekrut so abweisend gegenüber Bahati und Erebil? Lag es an der Hautfarbe? In Gedanken schlägt er sich vor die Stirn. In Dol Amroth mag es ja vielleicht mehr helle als dunkle Haut geben, in den meisten anderen Regionen Gondors war das jedoch nicht so. Die Legende sagt, Elendil sei mit drei mal drei Schiffen gekommen. Tja, wenn dem so ist, können das nicht so viele Menschen aus Númenór gewesen sein. Die einheimische Bevölkerung, mit der sie sich vermischten, war zahlreicher ... bei weitem. Er würde darüber mit seinem Rekruten mal ein paar ernste Worte reden müssen.

Heya Erebil!

Auch von mir ein Hallo an dieser Stelle.

Gruß,
Dugal

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