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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 10:06 
Wächter Gondors
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Dies blieb nicht die einzige unerwartete Begegnung. An den Ställen sah Lothuilos zu ihrer Überraschung Dugal und Jaana, die gerade in Bruchtal eingetroffen waren. "Wir dachten grad an euch", sagte Dugal und begrüßte sie. "Mae govannen", sagte Jaana. Lhothrandir kniete sich zu seinem Luchs und guckte ziemlich finster.

"Wir sind auf der Suche nach Brennil Lothlinn, oder nach Brannon Colgael, von dem ich hörte, er sei hier ... und wir hoffen auf Informationen", erklärte Dugal. Lothuilos erklärte, dass Lothlinn nicht hier sei und dass Colgael gleich wieder hier sein wollte, um sie nach Lothlorien zu begleiten. "Ein Glück sind wir heute gekommen, und haben nicht gesäumt auf dem Weg", meinte Jaana. "Ich hoffe ihr werdet eine Stunde für uns erübrigen können ?" "Im ma garin lû!", raunte Lhothrandir Lothuilos zu. "Oh, es wird schnell gehen", entgegnete Jaana und Lothuilos spürte Lhothrandirs Verblüffung, dass Jaana seinen Satz verstanden hatte.

Die Anspannung blieb erhalten, auch als Colgael zu ihnen trat. "Mein Herz freut sich, Euch zu sehen. Es ist lange her", sagte er zu den beiden Menschen. Sie kamen bald wieder auf ihre gemeinsame Sache zurück. "Wir glauben, dass Brennil Lothlinn in beträchtlicher Gefahr ist", sagte Dugal. "Wir wissen, dass Lothlinn mit Arvaethil befreundet ist. Und alle Freunde Arvaethils sind in gefahr durch einen üblen Burschen namens Lannathron." "Alle Freunde Arvaethils...", murmelte Lhothrandir wütend. Er schien den Eindruck zu haben, dass Jaana etwas zurückhielt, es ihnen nicht sagte und forderte sie irgendwann brüsk und unhöflich auf, zu reden. Lothuilos warf ihm einen warnenden Blick zu. Colgael flüsterte ihm etwas zu. Lhothrandir zog sich alsbald aus der Runde zurück.

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Zuletzt geändert von Arvaethil am So 4. Aug 2013, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 10:31 
Wächter Gondors
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Ein heftiger Tritt ließ den Holzboden in dem Zimmer des Gasthauses Schluchtenflechter erzittern. Lanthring fuhr zusammen. Lannathron stand neben seinem Bett und schaute sich spöttisch um. "Großartig... Wo ist der Elb?" Lannathron stellte weitere Fragen. Ob es eine halbe Hundertschaft gewesen sei, die ihn festgesetzt hätte? Ob er eigentlich irgendetwas wisse? Vorsichtig setzte Lanthring an: "'Ich weiß nicht, ich war im Pony und plötzlich kam der Elb..." Sein Vater sah ihn kalt an. "Du bist wirklich gerade fähig, Schweine zu hüten, oder?" Lanthring versicherte ihm, er werde es schon schaffen, hier raus zu kommen, und dann den Elb zu suchen...

Lannathron setzte sich auf das andere Bett und schaute ihn an. "Ich bin gespannt. Dann los." Lanthring sagte nichts mehr. Sein Vater befreite ihn schließlich durch einige Schläge mit seiner Kampfaxt von den Schellen an Füßen und Händen und führte ihn aus dem Haus und dann auch aus Schlucht hinaus. "Diese Söldnerin... Was ist das für ein Weib?", fragte er, als sie durch die mondbeschienenen Wiesen gingen. "Der Elb hat sie wohl als Ablenkung bezahlt. Magarete heißt sie", erwiederte Lanthring. "Hat sie von einer Arvaethil gesprochen? Arlaeg?", wollte Lannathron wissen. Lanthring schüttelt nach einem kurzen Zögern den Kopf. "Nein. Hat sie nicht." Lannathron stellte sich dicht vor ihn und sah ihn an. "Du lügst doch", sagte er langsam. "Merk dir eines: Wenn du mich belügst, bist du tot."

Er solle den Elb finden und töten. Und diese Frau. Diesen Auftrag gab ihm sein Vater. "Wi... ", murmelte Lanthring, stockte und nickte dann. "Wie? Das ist mir egal, wie. Ich will ihren Kopf", entgegnete Lannathron. Lanthring fragte ihn, ob er die anderen erwischt habe, und Lannathron sagte lachend, dass die ihm nicht entgehen könnten. Er warf Lanthring einen Beutel Münzen zu und sagte ihm, dass er Kopf oder Leiche des Elben an dem bekannten Treffpunkt brauche. Innerhalb der nächsten zwei Wochen. "Ich erwarte dich."

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 10:45 
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Arvaethil fand, dass Malieth Sally ähnlich sah. Irgendwie. Vom Wesen her waren die Schwestern eher sehr verschieden. "Du weißt nicht, was du tun sollst?", sagte Malieth und schaut sie fassungslos an. "Wie, du weißt es nicht?" Sie hatten es nicht leicht, mit dem Versuch, miteinander zu reden. "Was würdest du tun?", fragte Arri Saelliths Schwester. "Ich hätte mir mein Pferd nicht klauen lassen", sagte die und ihre Augen funkelten. Arri wurde wütend. "Wunderbar. Das nächste Mal, wenn drei Männer mich angreifen, kommst du einfach dazu, ja?"

Sie vereinbarten, dass Saellith und Arri die Leute im Ort noch genau informieren und dann nach Süden aufbrechen würden. "Wie kommst du da raus?", fragte Arvaethil müde. "Wo raus?", fragte Malieth verständnislos. Arri beschloss, zu schweigen. "Danke", sagte sie nach einer Weile. " Und vor allem: Sichere Wege." "Dir auch. Pass auf sie auf, ja?", erwiderte Malieth und schüttelte Arvaethil die Hand, die sie ihr entgegengestreckt hatte. "Das tue ich, so gut ich es irgend kann", antwortete Arri leise.

Als sie wieder am Feuer ankam, rüttelte sie Saellith sanft wach. "Sally", murmelte sie. "Was'n los?", fragte Saellith verschlafen. "Ich habe mit Malieth gesprochen", antwortete Arri. "Oh. Was hat sie gesagt?" Arri grinste bitter. "Ich kam mir vor wie ein Idiot." Sally kicherte. "Das macht sie gerne. Warum bei dir?" Arvaethil wurde etwas rot. "Ich hätte mir selbst widersprochen, meinte sie zum Beispiel." Sally grinste. "Hast du denn?" "Nein. Ja", erwiderte Arri und wurde einen Moment später knallrot. Saellith lachte auf.

Sie packten ihre Sachen zusammen und redeten mit den Lossoth. Dann, noch bevor es hell wurde, brachen sie auf. Nach Süden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 11:05 
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Das Licht begleitete sie durch die weiße Landschaft. Sie gingen eine Weile in Frieden und Ruhe, doch nach einigen Stunden trafen sie auf Feinde. Gauredain. Wieder. An derselben Stelle wie auf dem Hinweg. "Der Pass wird durchgängig bewacht, scheints", sagte Arvaethil leise. "Hier muss man durch... macht Sinn", murmelte Saellith. Sie schafften es, sich so vorbeizuschleichen, dass sie nur von einem der Wolfsmenschen angegriffen wurden, den sie fast einfach besiegen konnten.

In den Eishöhlen herrschte eine seltsame Stimmung. Und es wurde immer kälter. Sally entdeckte Reste einer Mauer, mitten im Eis. Sie blieben kurz davor stehen. "Das war ein Gebäude hier...", murmelte Arri. "Wer ... warum?", brachte Sally heraus. Arri wusste es nicht. Sie spürte, dass sie zitterte und ihre Hände und Füße taub waren. Als sie ihren Wasserschlauch herauszog, sah sie ihn mit dem Gefühl an, dass sie nun am Ende angekommen waren. "Unser Wasser ist gefroren", sagte sie zu Sally. Auch das Brot bestand nur noch aus Eis.

Sie gingen weiter. Arri blieb an einer Stelle stehen: Alles sah gleich aus. In welche Richtung mussten sie gehen? Sally wies sie auf die Totems hin, die hier als Wegzeichen in das Eis gerammt worden waren. Sie gingen weiter. Irgendwann sah Arri etwas, was sie in die Knie sinken ließ. "Bäume..." "Dann sind wir bald da?", fragte Saellith. Arri setzte sich hin. Sie war unendlich müde. "Arri, steh auf", sagte Sally drängend. "Gleich", erwiderte sie. Saellith streckte ihr die Hand hin. Arri nahm sie und stand auf.

Sie gingen weiter. Jenseits jeder Zuversicht entdeckten sie den Schein eines Feuers in der Ferne, und erreichten das große Lager am Rand der Eiswüste, in dem sie ihren Weg begonnen hatten. Langsam, ganz langsam, kam wieder so etwas wie Wärme in ihre Körper. In Saelliths Gesicht konnte Arri sehen, was sie in ihrem eigenen spürte: Wunden, die der Frost geschlagen hatte. Arri fiel es wieder ein. "Wir haben das Fett vergessen." Saellith schaute sie an. "Und wenn wir es jetzt noch draufmachen? Hilft das was?" "Hmm. Ja, vielleicht", entgegnete Arri. Sie öffnete mit steifen Fingern den Lederbeutel und schnupperte. "Es riecht schon nach Bär." Saellith nahm den Lederbeutel mit spitzen Fingern entgegen und schnupperte daran. "Also, dass das nicht schaden kann, da bin ich mir nicht mehr so sicher", murmelte sie. "Das hilft. Ganz bestimmt", versicherte Arvaethil ihr. "Eben war's noch vielleicht", sagte Sally und starrte sie an.

Sie schmierten sich das Zeug beide ins Gesicht. "Toll", sagte Saellith. "Jetzt muss Lannathron nur nach Bären auf zwei Beinen fragen." Arri bekam einen Lachanfall. "Du hast sie nicht mehr alle...", sagte sie, nach Luft ringend. "Das ist nicht lustig", sagte Sally und verschränkte die Arme. "Doch", erwiderte Arri und wischte sich über die Augen. "Arri! Jetzt wischst du alles wieder weg", mahnte Saellith. Sie lachten beide.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Mi 17. Jul 2013, 15:54 
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"Es tut mir Leid, Widnia", sagte der Junge zu ihr. Widnia legte ihre Hand auf den Griff ihres Schwertes und funkelte ihn zornig an. "Ich fass' es nicht, du haust ab und dann hast du die Nerven, wiederzukommen?", fragte sie ihn. "Mein Vater war hier", antwortete Lanthring. Widnia starrte ihn ungläubig an. "Lannathron, ja", murmelte er. "Ich konnnte nicht." Widnia starrte ihn an: "Moment mal. Du hast ihn getroffen. Er wollte was von dir aber du hast dich verweigert. Und jetzt bist du hier?"

Nur langsam konnte sie ihm die Geschichte entlocken. Dass Lannathron selbst ihn aus der Kammer im Gasthaus geholt und von ihm gefordert habe, ihm bis in zwei Wochen zwei Köpfe zu bringen: Den des Elben und Margaretes. Widnia wurde zappelig: "Aber, wie ist das in zwei Wochen, kommt er dann wieder? Das wäre endlich eine Gelegenheit! Lanthring, mehr Leute als ich Finger an einer Hand habe jagen ihn im ganzen Land. Jetzt kommt er hierher, dass wäre eine unfassbare Chance ihn endlich zu schnappen!" Dann erzählte ihr Lanthring von der Falle in Forochel. "Bis er wieder dort ist, haben sie die zwei bestimmt erwischt. Arvaethil und noch eine. Sally heißt sie?"

Widnia zerdrückte das Brot in ihrer Hand. "Und wo ist er jetzt? Wir... ich muss ihn aufhalten!" Lanthring widersprach ihr. "Bitte Widnia, allein kannst du ihn weder finden noch... töten." "Hast du nicht zugehört?", entgegnete Widnia. "Ich habe gesagt wir. Also, auf die Beine, Soldat." Sie verabredeten, dass sie erst einmal den Elben suchen wollten. Auch Widnia wusste nicht, wo der steckte. "Hallo, ich wurde auf einmal zur Knastwächterin, und der hat eh so einen Stuss geredet, da soll ich mir die Brocken Weisheit zwischendrin noch rausfischen?", fragte sie aufgebracht. Nachdenklich ergänzte sie: "Du hast mir mit dem Splitter geholfen. Das wird jetzt ne Nummer größer. Aber ich glaube es ist auch gut für dich, wenn du Stellung beziehst. Dir nicht mehr alles gefallen lässt."

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Mi 17. Jul 2013, 16:04 
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"Was machen die Frostnarben?", fragte Arvaethil Saellith. "Weiß nicht. Wie sieht's denn aus?", entgegnete Saellith. Arvaethil drehte Sallys Gesicht in den Schein des Feuers. "Hmm... Kann ich nicht genau sehen unter dem Grün", murmelte sie. Saellith starrte Arri an. "Grün?" Sie entfernten die Fettreste rasch. Doch bevor sie aufbrachen, bestand Arri darauf, dass sie eine neue Schicht ins Gesicht schmierten.

Sally summte auf dem Weg. "Was singst du da?", fragte Arvaethil. "Ein paar Melodien, durcheinander. Hält das Gesicht warm", antwortet Saellith. Arri schüttelte langsam den Kopf. "Sally, du bist total bekloppt!" Irgendwann, nach endlosen Meilen, sahen sie Bäume, die keinen Schnee mehr trugen. Sie zogen die Kapuzen ab und die Handschuhe aus. Und zuletzt wischten sie sich auch das Bärenfett aus dem Gesicht. Die Feste Forod war nicht mehr weit: Das Fett war nun nicht mehr nötig und würde eher für Irritation sorgen.

So unangenehm die Atmosphäre in der Feste war - sie waren beide fast froh, wieder dort zu sein. Und die Schalen voller heißen Eintopfs, die sie dort einer Frau abkaufen konnten, machten sie geradezu glücklich. "Ich hab' mich noch nie so über Eintopf gefreut", seufzte Saellith. Sie aßen in aller Ruhe und mit Genuss.

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BeitragVerfasst: Mi 17. Jul 2013, 16:17 
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Mitten in Bree stand der Elb plötzlich hinter Lanthring und ihr. "Na wenn das kein glücklicher Zufall ist, genau dich haben wir gesucht!", sagte Widnia zufrieden. "Widnia, warum läuft er frei neben Euch?", fragte Aearondor. Sie erzählte ihm, was vorgefallen war. Aearondor schien nicht glauben zu wollen, dass Widnia Lannathron nach Forochel folgen wollte. "Ihr seid mutig. Und tollkühn", sagte er. Lanthring sagte fast nichts, außer: "'Ich folge Widnia, wie auch immer sie entscheidet. Das bin ich ihr schuldig." Der Elb entschied, mit ihnen zu reiten. Er kaufte ein Pferd für Lanthring, der keines besaß, und Widnia besorgte gemeinsam mit Lanthring die notwendigen Vorräte. Dann brachen sie auf.

Widnia vermutete bald, dass sie zwischen den beiden feindlichen Männern irgendwann die Geduld verlieren würde. "Na eure Unterhaltung läuft ja prächtig...", murmelte sie irgendwann. "Na vielleicht müsst ihr erst Seite an Seite gegen Lannathrons Schergen kämpfen, damit das Eis bricht. Dann geht ihr zusammen einen heben und alles ist gut." "Einen heben?", fragte der Elb. Das Wort saufen kannte er wenigstens. "Das ist für Euch sehr wichtig, nicht wahr?", sagte er nachdenklich. "Wenn ich mit so Gestalten unterwegs bin schon", antwortete Widnia verdrießlich.

Erst, als sie im Auenland rasteten, kam ein Gespräch mit Lanthring zustande. Aearondor sprach von seinem Sohn, den er noch nie gesehen hatte. Widnia meinte zu sehen, dass Lanthring betroffen war. "Was soll ich sagen? Dass es mir Leid tut? Würde das etwas ändern?", fragte er. "Dass du es sagst? Nein", antwortete der Elb. Lanthring sagte ihnen, wo Lothlinn war, und wo Arri wohl bald landen würde: In einem Lager abseits des Wegs nach Pynti-Peldot. Er schien es nicht fassen zu können, dass seine beiden Gefährten dorthin wollten. Widnia lag daran, zu klären, wie der Elb die Prioritäten setzte. "Ich will Arri und Sall da raus haben! Ob ich dafür schleichen oder meucheln oder metzeln muss ist mir gleich", beschwor sie, was für sie das Wichtigste war. "Wie sieht das bei dir aus, Aearondor?" "Die drei Frauen", antwortete er ruhig. "Ham wirs dann jetzt?", fragte Widnia.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: So 4. Aug 2013, 11:31 
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Aearondor sah sich um, als Lanthring näher kam. „Du hast nicht geschlafen“, stellte er fest. „Mir geht zu viel durch den Kopf“, entgegnete der Junge leise. Aearondor sah ihn an. „Oder ist es dein Herz?“ Lanthring schwieg einen Moment. „Macht das einen Unterschied?“, fragte er dann. Aearondor sah unruhig zu den Sternen. „Ja. Nein“, sagte er. Und ergänzte dann. „Ich muss euch verlassen.“ Er konnte Lothlinn nicht mehr fühlen, seine Liebste war... fort, da war nur noch Eiseskälte. Es blieb keine Zeit mehr, auf Menschenweise zu reisen, mit all den Pausen und der Müdigkeit, er konnte doch nicht warten. „Ich komme mit“, sagte Lanthring. „Baw“, sagte Aearondor und runzelte die Stirn. „Widnia wird das nicht verstehen.“ Lanthring sattelte sein Pferd. „Sie hat damit nichts zu tun. Je weniger sie weiß, desto besser“, murmelte er. Aearondor beobachtete ihn. „Wir reiten beide aus demselben Grund?“, fragte er ruhig. „Wer weiß“, murmelte Lanthring. Sie brachen auf.

Sie hatten die Rechnung ohne Widnia gemacht. Ihre Ziege hatte offenbar kein Problem damit, zwei Pferde einzuholen. „Suilad, Widnia“, sagte Aearondor und zügelte seinen Braunen. Widnia stellte sich vor sie, kochend vor Zorn. „Ok, hat einer von euch den Schneid zu gestehen, wessen Idee es war, einfach abzuhauen, oder muss ich erst handgreiflich werden, um es rauszufinden?“ Aearondor fühlte, dass er sich ihr gegenüber schuldig gemacht hatte, „Es tut mir Leid, dass ich so über Euch hinweggegangen bin.“ Widnias Zorn war nicht zu stillen und Lanthring ließ die nächste Attacke schweigend über sich ergehen. „Und du hattest wohl nicht den Schneid das Maul aufzumachen. Aber kein Wunder, wahrscheinlich erinnert er dich an deinen Vater. Verstehe schon, ich bin ja nur die tumbe Kriegerin, und finds lustig innerhalb von ein paar Tagen zweimal einfach aufs Kreuz gelegt zu werden. Mit mir kann mans ja machen.“

Schweigend ritten sie auch weiter und schlugen einen Bogen um die Feste Forod. Sie sahen alle die Gestalt, die aus den Ruinen am Rande der Feste hinaus in den Himmel sah und hielten sofort inne. „Was in aller Himmel....“, murmelte Widnia. Die Gestalt starrt die drei an, ihre Hand zuckte zu dem Dolch an ihrem Gürtel. Widnia stand mit offenem Mund da. „Das ist....Saellith“, sagte sie dann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: So 4. Aug 2013, 11:32 
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Arri traute ihren Augen nicht, als Saellith sie weckte. Widnia, hier, zusammen mit einem etwas abgerissen wirkenden jungen Mann und einem Elben, der sich aber sofort zurückzog. „Alles ist gut“, sagte sie zu Widnia, die sich über die Augen wischte. „Du bist unglaublich!“ „Nix ist gut, ich bin seit Tagen mit zwei Kleinkindern unterwegs und hab die ganze Zeit gedacht ich komm zu spät um euch zu retten“, schnaufte ihre Freundin. Nachdem Saellith, Widnia und sie sich voller Freude begrüßt und ihre Geschichten erzählt hatten, ging es um ihre beiden Begleiter. Widnia überließ es dem jungen Mann selbst, sich vorzustellen.

„Lanthring, Lannathrons Sohn“, sagte er. Arvaethil wurde aschfahl. „Arvaethil, Arthaemirs Tochter“, entgegnete sie nach einer Weile. „Ich habe vor einiger Zeit meine Mutter beerdigt. Meinen Bruder, von dem ich lange nichts wusste, auch. Kennt Ihr diese Geschichten?“ „Ja. Ich kenne sie“, entgegnete Lanthring. Arri schaute ihn überrascht an. Widnia schaltete sich besorgt ein. „Arri, er kann uns zu seinem Vater führen! Lannathron hat deine Familie auf dem Gewissen, nicht Lanthring hier.“ „Und ich bin auch nicht mein Vater!“, brüllte Arri zurück. Sie hätte am liebsten etwas zerrissen. „Arri“, sagte Saellith leise.

Sie aßen gemeinsam. Arvaethil fragte nach Widnias anderem Begleiter. „Der ist der Mann von Litlin, er sucht sie weil sie einen Sohn zusammen haben“, erzählte Widnia. Arri starrte sie an. „Litlin? Du meinst Lothlinn? Sie denkt, er sei tot!“ „Na das wird ein Wiedersehen“, sagte Widnia lächelnd. Arvaethil starrte sie entsetzt an.

Es stellte sich heraus, dass Lannathrons Sohn wusste, wo Lothlinn gefangen gehalten wurde, zwischen zwei Lossothdörfern, bewacht von dreihundert seiner Leute. „300 Fischfresser. Lannathron will wohl auch im Krieg mitmischen“, sagte Widnia. Lanthring erzählte den Rest seiner Geschichte und Arvaethil fühlte sich nur noch überfordert. Sie fluchte, sie weinte und war dann einfach nur noch froh, denn Saellith und Widnia waren bei ihr.

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Zuletzt geändert von Arvaethil am So 4. Aug 2013, 11:47, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: So 4. Aug 2013, 11:33 
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„Ich habe solchen Hunger“, stellte Arvaethil am folgenden Morgen fest. „Wir könnten Frühstück richten“, schlug Saellith vor. Widnia und die anderen schliefen noch. Sie hatten gerade einige Bissen gegessen, als Arvaethil sich verschluckte. „Wie kommst du hierher?“, fragte sie Elphir entgeistert, der mit einem Gruß näher trat. Und dies war nur das erste Wunder dieses Tages. Auch Dugal kam in die Feste, gemeinsam mit Jaana, und dann tauchte noch Tîrn Lugaidh auf, leise und leicht und mit großer Selbstverständlichkeit. Arvaethil fühlte sich eine Weile wie in einem Traum. Ein Traum, von dem sie später nicht wusste, ob er vielleicht eher ein Albtraum war. Denn alle brachten Kunde, und keine war gut.

Dugal und Jaana hatten Lothuilos und Colgael in Bruchtal getroffen und einen Elben namens Lhothrandir. „ Sie wollen nun in den goldenen Wald, um mehr zu erfahren“, berichtete Dugal. „Sie wollten den Rat der Herrin erbitten“, ergänzte Jaana. „Es scheint also wohl eine Sache von großer Bedeutung zu sein.“ Widnia stellte Lanthring mit einer freundlichen Nachsicht vor und auch Aearondor sprach zu seinen Gunsten: „Lanthring ist mehr Verwundeter als Mörder.“ Doch die Stimmung schlug nach seinem Kommen um.

Lanthring berichtete, was er den anderen gesagt hatte, und noch mehr: „Also... er ... mein Vater plant ein ... äh... Ritual. Es soll in Annúminas stattfinden, mehr weiß ich nicht.“ An diesem Punkt griff Elphir ins Gespräch ein. „Zu Annúminas habe ich einige Informationen. Nun, als ich mit einigen Waldläufern einen Überraschungsangriff auf eine Gruppe Angmarim durchführen wollte, konnte ich einige von ihnen belauschen. Für dieses Ritual braucht man wohl einige Menschenopfer - zwei scheinen sie bereits in ihrer Gewalt zu haben.“ Er sah Arri an. „Die Angmarim haben euren Vater gefangen genommen, als Opfer für dieses Ritual… Und er ist wohl verletzt.“ Arri nickte verbissen.

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