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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Mi 19. Jun 2013, 14:16 
Wächter Gondors
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Lothlinns Sohn fand Lothuilos an einem Wasserfall in Bruchtal. Er wirkte fast wie ein Kind, so jung war er noch. Ihren Gruß erwiderte er höflich, und er reagierte unerwartet, als sie den Namen Lannathron nannte. Lhothrandir zuckte die Schultern und sagte: "Ich kenne den Namen nicht."

Sie setzten ihr Gespräch in der Halle fort. Lhothrandir signalisierte nur noch Ablehnung, als die Rede auf Arri und ihre Freundinnen kam. "Ich kenne sie nicht persönlich. Aber ich habe mir einige Geschichten anhören dürfen", sagte er. Er verachtete und hasste Menschen, denn Menschen hatten seinen Vater Aearondor getötet. Seine Mutter solle nicht Lannthron suchen, meinte er. "Sie sollte lieber die suchen, die meinen Vater getötet haben." Der junge Elb hatte ihn nie gesehen, aber viele hatten ihm von seinem Vater erzählt. Nur seine Mutter kaum. Lhothrandir wartete nur auf eins: Mittelerde verlassen zu können, um in den Westen zu gehen.

Lhothrandir erwies sich trotz seines Zorns als aufmerksamer Zuhörer. "Meine Mutter wird von irgendeinem bösen Menschen aufgefordert, zu ihm zu kommen, und sie geht, obwohl sie weiß, was das für ein Mensch ist?", fragt er Lothuilos. Die Elbin sagte ihm, was sie wusste: "Er sagte, er hätte Euren Vater ermordet." Der Junge brauchte eine Weile, doch dann kannte er nur noch ein Ziel - mit ihr aufzubrechen, um Lannthron und seine Mutter zu suchen. Lothuilos gab zu bedenken: "Er will sie nicht töten, er will sie leiden sehen. Was denkt Ihr, wird er tun wenn er Euch findet?"

"Egal, was ich tue: Es wird falsch sein.", sagte Lhothrandir bitter und erbat sich etwas Zeit, um nachzudenken. Lothuilos stimmte zu.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Mi 19. Jun 2013, 17:05 
Wächter Gondors
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Mearwyn trottete grimmig durch Bree. Es war ihr zuvor noch nie passiert, dass ihre schlechte Laune länger als einige Momente angehalten hatte; doch diesmal hatte sie die Ausdauer eines Bergponys. Selbst der Besuch des Tänzelnden Ponys heiterte sie kaum noch auf. Doch der dicke Wirt hatte einen Brief für sie.

"Haben die Waldläufer unter sich weitergegeben", plapperte er unbekümmert. "Einer von ihnen ritt dann hier vorbei, und andere sind wohl mit den anderen anderswohin unterwegs!" Butterblume nickte und strich sich den Bart. Mearwyn hätte ihm gern ihr Bier ins Gesicht geschüttet, sie konnte sein Geplapper nicht ertragen. "Gib schon her!", sagte sie unwirsch. Der Wirt wedelte mit der Rolle vor ihrem Gesicht herum. "Ah, natürlich. Wenn ihr Eure offene Zeche bezahlt habt!" Er lächelte schlau. "41 Silberlinge, meine Liebe."

Mearwyn hatte knurrend ihre Geldbörse geöffnet und dann begierig den Brief. Elphir hatte ihn geschrieben, einer der Männer, die zu Arvaethils Gemeinschaft gehörten. Sie las ihn dreimal. Dann stürzte sie das Bier herunter und verließ das Pony, ohne auf Butterblumes "He!" zu achten. Vielleicht... Nein, sie würde nicht zu dem Treffpunkt reiten, denn sie war sich sicher, dass all die anderen das tun würden. Sie vertraute darauf. Ihr Ziel war aber ein anderes.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Di 25. Jun 2013, 15:07 
Wächter Gondors
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Saellith und Arvaethil folgten am nächsten Tag der Spur der Gruppe von Reitern. Sie war leicht und deutlich zu lesen. An einer Stelle jedoch war der Boden regelrecht zerwühlt. Von dort aus führte keine Spur weg. Nirgendwohin. Die beiden Frauen suchten eine ganze Weile, fanden aber keinen Hinweis darauf, wo die Gruppe sich hingewendet haben könnte. Was nun?

Der Angriff eines Wolfs riss sie aus ihren Gedanken. Saellith wehrte ihn nach einem kurzen Schreckmoment ab, als habe sie so etwas schon oft gemacht. "Entschuldige... Ich habe geschlafen", sagte Arvaethil. "Aber du machst das wirklich gut!" Sie schlug Saellith vor, nach Tinnudir zu gehen. Es war nicht mehr so weit, und sie mussten ohnehin einen Platz zum Lagern suchen. Außerdem hatte sie Sehnsucht nach dem See und der Ruhe dort.

Als sie schon auf der Brücke zur Insel waren, bemerkte Arvaethil bei einem Seitenblick einen großen Flecken Blut auf Saelliths Stiefel. Sie erschrak und bestand darauf, Saellith beim Absteigen zu helfen, als sie angekommen waren. Saellith starrte Arri finster an. "Es ist nicht schlimm." Eine Heilerin im Lager bestätigte ihre Worte; es handele sich um eine Fleischwunde, die nur regelmäßig gewaschen und neu verbunden werden müsse. Arvaethil atmete auf. Es packte sie verzweifelte Angst, wenn anderen etwas zustieß und sie sie nicht schützen konnte; und das galt besonders für Saellith, die mit ihr ritt, ohne, dass sie jahrelang hätte Kampferfahrung sammeln können.

Im Lager erfuhren sie, dass ein Leutnant aus Dol Amroth dagewesen sei. Er habe die Waldläufer gewarnt, in Annúminas sei Verstärkung aus Mordor eingetroffen. Arri wurde misstrauisch. Es gab nicht nur einen Leutnant in der Wache dort, doch sie meinte, Lannathron hinter sich leise lachen zu hören. Doch er war nicht der einzige Mann aus Dol Amroth, der die Insel besucht hatte. "Mein Vater war auch hier", sagte Arri leise. Cannuion hatte ihr das gesagt. Er habe zur anderen Seite übergesetzt. Was wollte er dort?

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Di 25. Jun 2013, 15:20 
Wächter Gondors
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Sie machten einen Tag Pause auf Tinnudir, damit Saellith ihr Bein schonen konnte. Arvaethil fragte, ob ihre Freundin sich aufstützen wollte, als sie die Heilerin noch einmal aufsuchten. "Es geht schon, Arri", sagte Saellith leise, aber bestimmt. Die Wunde sah gut aus, sagte die Heilerin. Sie konnten weiter.

Die Pferde ließen sie bei dem Mann, der sich um die Tiere der Waldläufer kümmerte; dann ließen sie sich über den See rudern. Am Traufenspitz stießen sie auf Leute. Saellith sprach mit einer Elbin und sagte dann: "Ich glaube, dein Vater kam hier vorbei. Die Frau dort konnte ihn beschreiben." Er sei einen steilen Kamm hinaufgestiegen. Sie folgten dieser Spur und kamen etwas atemlos auf eine kleine Lichtung nahe des Wasserfalls.

Arthaemirs Vater stand am Felsrand und schaute in die Wassermassen. Er wirkte nicht überrascht, sie beide zu sehen. Saellith fragte ihn ziemlich kurzangebunden, was er hier tue. "Dieser Ort bedeutet mir etwas. Ich wollte ihn wiedersehen", antwortete er. Arvaethil sagte kaum etwas. Sie fühlte sich in seiner Gegenwart unwohl, spürte großen Zorn in sich. Arthamir berichtete, dass er seiner Frau hier seine Liebe gestanden hätte - nach der Begegnung mit dem Elben, der dem jungen Lannathron und ihm damals ein Lied vorgesungen hatte. "Arri, erinnerst du dich an das Lied?" Und ob sie sich erinnerte. Sie hatte es selbst schon oft gesungen und fühlte sich seltsam berührt davon.

Arthaemir vermutete, dass Lannathron dasselbe getan hatte und Varhaleth ihn abgelehnt habe. Doch damit sei die Geschichte nicht zuende gewesen. "Ich habe mir vorgelogen, dass sie mir vertrauen würde", sagte er. Doch sie habe seinen Sohn woanders geboren und weggegeben, weil sie Lannathron geglaubt habe, das Kind sei von ihm, und Arthaemir würde sie dafür hassen. "Was kommt Gutes vom Volk Gondors, Saellith?", fragte Arthaemir beiläufig. Arvaethil konnte es nicht mehr ertragen. Sie stand auf und murmelte etwas von: "Holz holen".

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Di 25. Jun 2013, 15:34 
Wächter Gondors
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Als sie wieder nach oben stieg - das Holz hatte sie vergessen - sah sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Ihr Vater war nicht zu sehen. Saellith lag regungslos im Gras. Arri lief auf sie zu und kniete sich hin. "Sally?", fragte sie und fühlte nach dem Puls. Er war zu spüren, flattrig und leicht, aber er war da. Arvaethil stützt Sallys Kopf etwas nach oben. "Komm schon", murmelte sie beschwörend. Saellith blinzelte leicht und öffnete dann vorsichtig ein Auge. "Wo ist er?", fragte sie und wollte sich aufrichten. Arvaethil schüttelte den Kopf. "Lehn dich zurück. Alles hat Zeit." Alles andere war jetzt nicht wichtig.

Ein großer roter Fleck am Kinn legte Zeugnis von dem Schlag ab, den Arthaemir Saellith versetzt hatte. "Er hat gesagt, dass er keine Wahl hat. Und, dass es ihm Leid tut", berichtete die junge Frau und lachte bitter auf. Arvaethil hatte das Gefühl, dass sie an Zorn erstickte. "Ich werde ihm sagen, was ihm Leid tun sollte", knurrte sie. Sehr langsam stiegen sie hinab in das Lager und rollten ihre Decken aus. Arri schlug vor, sie könne Kräuter für einen Tee sammeln. "Tee", murmelte Saellith und starrte Arri ungläubig an. "Tee!"

Sie sprachen bei Wasser und Brot noch eine ganze Weile über die Begegnung mit Arthaemir. Spät übergab ihnen einer der Waldläufer, der von Tinnudir übergesetzt war, einen Brief. Er kam von Elphir, und rief sie alle zu einem Treffpunkt auf Bullenrasslers Wiese. "Elphir hat etwas gefunden", berichtete Arri, die den Brief las. Saellith war müde. "Ich frag mich nur, was die anderen wohl wissen... ob es hilft", sagte sie leise.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Di 25. Jun 2013, 15:56 
Wächter Gondors
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Als Saellith und Arvaethil den Treffpunkt erreichten, war niemand zu sehen. "Arri?", sagte Saellith. Es klang unbehaglich. "Was?", fragte Arri unruhig zurück. Saellith runzelte die Stirn. "Hier?", fragte sie ungläubig. Es war eine Anhöhe am Rande des Sandstrandes und vor den Auen der bekannten Wiese. "Das sagte Elphir", murmelte Arri. Doch etwas später war die Sorge vergessen: Elphir und Dugal tauchten auf, und dann kam Jaana, mit der Arri überhaupt nicht gerechnet hatte. Kurze Zeit später erschienen auch Ruthir und Widnia, und Arri war so glücklich, wie seit langem nicht mehr. Sie waren alle einigermaßen heil da; nur Sideria und Lothuilos fehlten, doch sie hatten weite Wege zu reisen und würden nicht bis hierhin anreisen können.

"Ich muss gestehen, dass ich nicht recht weiß, worum es geht, oder was ich helfen kann - oder erleben werde", sagte Jaana. Dugal hatte ihr wohl kurz von der ganzen Geschichte erzählt. "Hallo Frau Ziegenreiter", begrüßte Ruthir Widnia. Elphir berichtete bald von dem, was er herausgefunden hatte: "Ich erfuhr etwas äußerst Interessantes von einem Bewohner der Feste Forod." Ein Trupp Leute, schlecht gekleidet, doch mit sehr guten Pferden, sei heimlich an der Feste vorbeigeritten, Richtung Norden. Arri warf Saellith einen Blick zu. Wenn dass mal nicht die verschwunden gegangene Fährte war, die dort wieder auftauchte. Elphir war ihr bis Cirith Rhiw gefolgt und hatte dort ein Beil gefunden, in das merkwürdige Schriftzeichen eingeritzt waren. Keiner der Anwesenden konnte sie lesen.

Dugal hatte aufgeklärt, warum Lothlinn Magsame Sitzer im Auenland einen Brief geschrieben hatte: "Sie hat von Lothlinn ein Mittel gegen Gelenkschmerzen erhalten." "Gelenkschmerzen?", fragte Arri irritiert. Das klang in diesem Zusammenhang so unglaublich banal. Dugal ergänzte, dass er auch mit Mearwyn gesprochen habe: "Sie teilte mir ein wenig widerwillig mit, dass Lothlinn sie als Söldnerin angeheuert habe, und sie bat, sie solle ihren Sohn mit nach Rohan nehmen und ihn kämpfen lehren."

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Zuletzt geändert von Arvaethil am So 4. Aug 2013, 22:47, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: Di 25. Jun 2013, 16:14 
Wächter Gondors
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Arvaethil berichtete, was Lothuilos ihr aus der Feste Guruth geschrieben hatte. Ruthir und Widnia waren aus Bree auch nicht ohne Kunde gekommen: Ruthir berichtete von einem Mann, der sich nach einem schwach wirkenden Elben mit schwarzen Haaren erkundigt hatte, ein Mann "gondorischen Zungenschlags". Dem war auch Widnia begegnet und hatte mit ihm ein paar Krüge Bier geleert. "Der...*pust* ...hat von *pust* seiner Mutter *pust* erzählt. Die ist wohl *pust* ermordet worden. *pust*", berichtete sie, während sie Feuer machte.

Arvaethil atmete mehrmals durch, bevor sie von Sally und ihrer Begegnung mit ihrem Vater erzählte. Die Reaktionen waren so, wie sie sie erwartet hatte, aber als Widnia sagte: "Ich wusste das an ihm irgendwas falsch war. Ich habs gewusst!", wurde es ihr zuviel. "Gar nichts hast du gewusst!", antwortete sie wütend. Widnia fauchte zurück: "Ich hab ihn gesehen und hab gewusst, irgendwas stimmt nicht. Ich hätt nich sagen können was, aber irgendwas war da!" "Ja, da stimmt was nicht, aber es ist nichts falsch", entgegnete Arri verzweifelt. "'Ach, Saellith schlagen ist also in Ordnung?", fragte Widnia. Arri stand auf. "Das meinst du nicht ernst, oder?" Widnia meinte es nicht ernst. Aber Arri merkte, dass sie selbst voller Zweifel in Bezug auf ihren Vater war. Trotzdem sagte sie, dass er das vermutlich getan habe, damit sie ihm nicht folgten. "Arris Vater ist in seinem Beschützertun also entschlossener als ich, hum", murmelte Dugal.

Sie überlegten, was sie mit den neuen Informationen tun könnten. Tinnudir und Annúminas durfte nicht aus dem Blick verloren werden - das lag Arvaethil natürlich auch wegen ihres Vaters am Herzen. Elphir erklärte sich bereit, dorthin zu gehen. Ruthir wollte sich nach Celondim begeben, um auszuschließen, dass Lothlinn Mittelerde ganz verlassen hatte. Dugal und Jaana schickten sich an, nach Bruchtal zu reisen, um Kontakt mit Lugaidh und Colgael aufzunehmen und auch Ausschau nach Lothuilos zu halten. Widnia versprach, in Bree die Augen offen zu halten und auch den Mann, der den Elben suchte, im Blick zu behalten. "Sicher, der hatte eh einen Narren an mir gefressen", sagte sie und grinste.

Arvaethil sagte, sie wolle nach Forochel reiten."Aber nicht alleine, oder?", fragte Jaana. Saellith antwortete darauf. "Nein, nicht alleine." "Zieht euch bloß warm an", mahnte Dugal. Ruthir und Widnia kabbelten sich noch ein wenig, dann schickten sich die meisten an, aufzubrechen. "Gute Wege", wünschten sie sich alle gegenseitig. Und: "Gebt auf euch acht!"

Arri und Sally bauten sich ihr Lager dort. Sie wollten am nächsten Tag zurück reiten; zur Feste Forod diesmal, um sich auszurüsten - denn von dort aus wollten sie die Kälte von Forochel ansteuern.

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Zuletzt geändert von Arvaethil am So 30. Jun 2013, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: So 30. Jun 2013, 17:47 
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Lhothrandir kehrte nach einiger Zeit in die Halle des Feuers zurück. "Ich bin froh, dass Ihr gewartet habt", sagte er zu Lothuilos. Er hatte eine Entscheidung getroffen. "Ich kann nicht hierbleiben und warten." Lothuilos nickte sachte. Lhothrandir fragte sie, was sie nun tun würde. "Suchen. Wenn auch nicht nach Lannathron", erwiderte sie. "Könnt Ihr nicht weiter nach ihm suchen? Um meiner Mutter willen?", fragte der junge Elb. "Setzt Euch. Bitte", erwiderte Lothuilos.

"Niemand weiß viel über ihn. Das sollten wir ändern", sagte sie zu Lhothrandir, der sich auf ihre Aufforderung hin niedergelassen hatte. Caras Galadhon sei ihr Ziel, erklärte sie leise. "Was wollt Ihr dort tun?", fragte Lhothrandir. "Ah... nun, zuerst einmal meine Schwester um Rat fragen", antwortete Lothuilos und lächelte. Ihre Schwester sei besonnener und wisse sehr viel, da sie sehr viel lese. Lhothrandir fragte, warum in Büchern etwas über Menschen stehen solle. "Sie leben nur kurz... Über sie zu schreiben, scheint mir so... vergeblich zu sein." Lothuilos fragte ihn erstaunt, ob er keine Geschichte über einen Menschen kenne. "Doch. Beren und Hador und so", erwiderte Lhothrandir, meinte aber trotzig, über sie wäre eher aus Höflichkeit geschrieben worden.

Lothuilos gluckste. "Und über Jahrtausende erhalten wurden diese Schriften auch aus... Höflichkeit?" Lhothrandir gab nach und gestand, das er das eigentlich nicht so gemeint habe. Sie befragte ihn, was er über die Menschen aus Gondor wisse und was es bedeute, dass sie dauerhaft im Angesicht von Mordor lebten. "Sie sind... widerspenstig?", entgegnete Lhothrandir. "Nun... standhaft ist ein schöneres Wort. Aber ja. Das sind sie", antwortete sie. Lannathron, der Verräter, falle aus diesem Muster heraus, und sie wolle herausfinden, warum.

Sie verabredeten, bald aus Bruchtal aufzubrechen und Lothuilos erklärte sich bereit, sich bei Elrond dafür einzusetzen, dass Lhothrandir mitkommen dürfe, denn das bereitete dem jungen Elben Sorge. "Weil mich immer alle vor etwas bewahren wollen", murmelte er als Erklärung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: So 30. Jun 2013, 19:10 
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Sie brachen früh auf, um zur Feste Forod zu reiten. Arri sprach Saellith beim Aufbruch auf ein Gespräch, das sie am Abend zuvor geführt hatten, an: „Du brauchst dich nicht zu fürchten. Du bist gut“, sagte sie und das meinte sie auch so, es war keine leere Formulierung, um sie aufzumuntern: Saellith hatte sie beeindruckt. „Ich hab keine Angst“, erwiderte Sally. Arri starrte sie an und schwieg dann. Sie erreichten die Feste ohne besondere Vorkommnisse.

Arvaethil übergab die Pferde dem Stallmeister und mahnte ihn, sie gut zu versorgen. „Dann bekommst du mehr Geld“, setzte sie hinzu, in der Hoffnung, dass das vielleicht helfen würde. Sie fühlten sich beide unwohl in der kleinen Festung. Saellith sagte leise: „Die sehen alle so... komisch aus.“ Arri wusste genau, was sie meinte. Im besten Fall wirkten sie misstrauisch. Viele sahen aber eher feindlich gesinnt aus. Trotzdem schaffte es Saellith, bei einer Händlerin etwas heißes Gemüse und Kartoffeln zu kaufen. Arvaethil war glücklich. „Das riecht richtig gut.“

Als sie satt waren, versuchte Arvaethil noch einmal, Sally auf ihre Angst anzusprechen. „Als wir in Fornost waren - ich hab dir gesagt, dass ich Angst hab“, sagte sie kurz. Es sei doch in Ordnung, Angst zu haben. Saellith reagierte unerwartet. „Ich will dir nicht zur Last fallen, Arri. Aber manchmal glaube ich, ich kann keine fünf Minuten auf mich selbst aufpassen“, sagte sie. „Du mir zur Last fallen? Bitte?“, erwiderte Arri und konnte kaum glauben, was sie hörte. „Du lässt mich ja nicht mal allein das Essen holen“, sagte Sally. An diesem Abend schien es, als verstünden sie gegenseitig nicht, was sie sagten. „Ich will nicht... streiten“, murmelte Sally irgendwann. Das wollte Arri auch nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus der Ferne (Arvaethils Geschichte)
BeitragVerfasst: So 30. Jun 2013, 19:29 
Wächter Gondors
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Sie kauften am nächsten Morgen beide ein. Saellith beschaffte einige Vorräte: Brot, Pökelfleisch und Obst. Ein wenig Gemüse. Kartoffeln. Arvaethil fragte bei einem anderen Händler nach dicken Fellen, Bärenfellen am besten. Der Händler hatte nur Raubkatzenfelle, aber sie waren ziemlich dick. Für zwei verlangte er 400 Silberlinge. Arri lachte. „Für 400 bekomme ich ein ganzes Rudel!“ Für 220 Silberstücke bekam sie sie schließlich.

Es war, als sei die Atmosphäre gereinigt. Sie bereiteten ihre Abreise gelassen vor und sprachen ein wenig über Forochel. „Es gibt etwas dort: ein ganz besonderes Licht. In der Nacht. Wenn der Himmel klar ist“, erzählte Arri, die einmal einige Tage dort gewesen war. „Wie das Abendrot? Aber nachts?“, fragte Saellith. Sie hoffte darauf, das auch einmal sehen zu können.

Sie kamen nur durch Flucht sicher nach Forochel, heil, den Valar sei Dank. Grabräuber hatten am Pass auf der Lauer gelegen, vermutlich auf der Suche nach reicher Beute. Als sie schon durch Schnee und Eis ritten, sah sich Saellith mit leuchtenden Augen um. „Es ist wundervoll hier“, sagte sie leise.“ Dann sah sie das Licht, von dem Arri erzählt hatte und saß mit offenem Mund auf dm Pferd. „Es ist fast schade, dass es jetzt hell wird“, sagte sie und lächelte. Wenig später sah sie das erste Mal in ihrem Leben ein Mammut, und Fea, ihre Stute, weigerte sich zunächst, weiterzugehen.

In dem Ort, den sie am Abend erreichten, verblüffte Saellith Arvaethil, als sie aus einigen Decken und ihren Wurfspießen ein Zelt errichtete, das tatsächlich für Wärme sorgte. Arri fertigte in der Zeit aus Kartoffeln, Pökelfleisch und Karotten eine Art Eintopf. Als sie sich schlafen legte, fühlte sie sich fast warm.

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