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 Betreff des Beitrags: Nach Hause!
BeitragVerfasst: So 31. Mai 2015, 17:47 
Wächter Gondors
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Teil 1

Der Streit zwischen Illusius und Maglawen konnte geschlichtet werden, nachdem sie mit dem Brief von Arvaethil noch einmal zum Sippenhaus zurückgekehrt war. Schließlich sah Maggie auch ein, dass es kaum möglich sein würde, ihren Bruder Cuillam allein aus den Händen der „Krähen“ zu befreien. Eine Reisegruppe fand sich zusammen: Illusius, Aphidor und Arantion würden sie begleiten; Ahreandril und Dugal wollten später zu der Gruppe hinzu stoßen.

An einem kühlen Morgen im Februar 3019 fanden sich die Reisewilligen kurz vor Tagesanbruch nach und nach im Sippenhaus ein und wärmten sich mit einem Becher heißen Weins auf.

„Nun“, sagte Illusius schmunzelnd, „wie steht es um euch? Bereit für ein Abenteuer?“

„Abenteuer sind das Ergebnis schlechter Planung“, erwiderte Aphidor grinsend.

Maglawen, die über den Karten brütete, seufzte. Sie war es nicht gewohnt, eine Reise zu planen, die sie nicht allein machte. Doch nach einer Weile – Maggie musste Illusius noch helfen, ein Notizbuch hinter einem Regal hervorzuholen - waren sie alle bereit und ritten, das Packpferd an einer Leine, in Richtung Süden, als gerade die Sonne aufging.

Sie sahen sich alle immer wieder unruhig um, denn immerhin gab es eine schriftliche Drohung gegen Maglawen. Doch zunächst blieb alles ruhig.

„Maglawen, wenn etwas verdächtig wäre, hätte uns Ahreandril kontaktiert“, sagte Illusius in beruhigendem Ton. Doch auch dies war Maggie nicht gewohnt: irgend jemandem außer ihr selbst Vertrauen zu schenken.

An der Verlassenen Herberge ging es ohne Aufenthalt vorbei – niemand mochte dort einkehren, die Gruppe rastete lieber in offenem Gelände. Doch kurz danach sahen sie in der Ferne eine kleine hässliche Gestalt.

„Wir sollten nicht zu lang auf offener Straße rumstehen“, mahnte Arantion. Als sie wenig später auch noch einen Halbork sahen, tötete er ihn ohne ein Wort mit seiner Armbrust. „Ein Späher vielleicht“, sagte er.

„Gut“, entgegnete Maglawen sarkastisch. „Dann fällt sein Tod sicher nicht auf.“

„Dieses Land wird überwacht“, antwortete der Mann mit der Augenklappe nur.

„Hast du deinen Bolzen eingesammelt, Arantion?“, fragte Aphidor.

Es blieb nicht der einzige Tote: Zwei weitere Feinde fielen ihren Waffen zum Opfer, bis sie endlich die Festungsruine Guruth erreichten, in der sie die Nacht verbringen wollten. Nachdem sie die Lage ausgespäht hatten, schlugen sie ein dürftiges Lager auf: Aphidor sorgte für ein Feuer, doch die Freude auf eine Mahlzeit erhielt einen Dämpfer, als sich herausstellte, dass Ameisen in dem Vorratssack mitgereist waren.

Illusius fragte die Leute in der Feste nach Ahreandril, doch niemand hatte seine Schülerin gesehen. Besorgt saß die Gruppe am Feuer, und fragte sich, was in diesem Land vorgefallen war.

„Vielleicht ist sie schon weiter geritten? Aber wohin?“, überlegte Aphidor. Wo war Ahreandril? Wie würde ihr weiterer Weg aussehen?

„Ich kann Euch keine Sicherheit garantieren, Aphidor“, murmelte Maglawen.

„Das habe ich auch nicht geglaubt“, antwortete der.

Arantion übernahm die erste Wache.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Mo 1. Jun 2015, 17:18 
Wächter Gondors
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Im Auftrag von Shairmon:

Einige Tage nach dem Aufbruch der Gruppe, kommt ein der Sippe guter Bekannter zum Haus des Volkes. Alles sieht irgendwie verlassen aus. Keine Nachrichten. Seltsam. Oft durfte er Gast sein bei den gemeinsamen Abenden. Natürlich fiel auch eine mögliche Reise nach Gondor.
Sein erster Gedanke: Aufgebrochen, oder ist den Leuten vielleicht was zugestoßen. Jüngste Krawalle in Bree lassen auch diese Möglichkeit zu.
Was tun?
Am selben Abend geht es zu einem langjährigen Bekannten, der, wie er selbst aus Gondor stammt, mit einer ungewöhnlichen Bitte, sich auf die Suche zu machen.
Da er zum hiesigen Zeitpunkt Bree nicht verlassen kann, der andere Gondorianer gebeten die Gruppe zu finden.
Seine Gesuch erhört und noch in der Nacht macht sich der Mann auf den Weg..

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Fr 5. Jun 2015, 11:28 
Wächter Gondors
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Teil 2

Der Morgen brach nicht an, er dämmerte dunkel aus der Nacht heraus. Maglawen zog ihre Stiefel an und trat zu Arantion, der ins Nichts zu schauen schien. Auch Aphidor kam dazu.

„Was interessantes während der Wache gesehen?“, fragte er seinen Sippenbruder.

Es dauerte ein wenig, doch dann bekam er eine Antwort. „Hab' zwischenzeitlich geschlafen“, sagte Arantion.

Maggie stand nicht gern früh auf, erst recht nicht nach einer Nacht auf Lehm, Steinchen und unangenehmen kleinen Tierchen. Dann noch auf jemanden von derart dürftiger Mitteilsamkeit zu treffen, forderte ihre viel geprüfte Duldsamkeit.

Doch es gab noch mehr, was sie an diesem Morgen ertragen musste: Ein ihr völlig Fremder erschien plötzlich hinter Aphidor und tippte ihm auf die Schulter; die beiden kannten sich. Sie hatte den Fremden nicht kommen hören, und das passierte ihr fast nie.

Auf Aphidors Frage, was er in der Feste tun würde, antwortete er nur: „Ausschau halten vielleicht“, und, ja, er wolle sie begleiten, in Bree sei es ja so langweilig. Ruthir hieße er, sagte der Fremde und begrüßte sie so charmant, dass sie sieben Meilen gegen den Wind Unrat zu riechen meinte. Mit dieser Art Leute hatte sie schon zu oft zu tun gehabt. Sie gehörte ja selbst dazu.

Er war nicht der Einzige, der sich der Gruppe näherte. Nach Ruthir waren es ein Mann und eine Frau, die sie zu suchen vorgaben.

„Hat jemand hier zu einem Fest eingeladen?“, fragte Maglawen sarkastisch. Es waren doch ohnehin schon so viele Leute.

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Er sei auf der Suche nach einer Gruppe, sagte dieser Fremde. Seine Frau schwieg.

„Fühlt Ihr Euch allein?“, konterte Maggie schlecht gelaunt.

Dieser Mann spürte das Misstrauen, das von ihr und ihren Begleitern ausging.

„Zunächst bin ich nicht auf der Anklagebank, nur ein Fragender auf der Suche“, antwortete er. Ein Mann habe ihn geschickt, der der Gruppe, die er suche, sehr nahe stünde. Passend zur Heimat hieße diese Gruppe 'Das Volk Gondors'.

„Ach du Schreck, der wirre Gelehrte ist auch hier“, murmelte Ruthir, grinsend angesichts der kunstvollen Formulierungen des Fremden.

Es war ein längerer Weg dorthin, doch schließlich waren beide Seiten voneinander überzeugt - die Gruppe, die aus Bree in die Heimat aufgebrochen war, und auch die beiden Fremden: Theylrond aus Gondor und Brytwine, die aus Bree stammte. Culrod, der in der letzten Zeit so häufig Gast am Kamin des Sippenhauses gewesen war, hatte das befreundete Paar als Verstärkung hinterher geschickt.

„Also ich bin dafür“, meinte Illusius zusammenfassend für alle. Er hatte Bewohner der Feste am frühen Morgen noch einmal nach Nachricht von Ahreandril gefragt. Es gab keine.

Sie kauften noch Proviant als Ersatz für den, welchen die Ameisen erobert hatten. Arantion ging das nicht schnell genug. Die Sonne stehe schon hell, sagte er zu Maggie; auf der Brücke zu den Trollhöhen würden sie wieder gut zu sehen sein. Sie gab ihm Recht, doch die Verzögerung war ja nicht aufzuhalten gewesen.

„Ich sage Euch das nur, weil Ihr ja hier die Gewalt habt“, quittierte Arantion ihren Satz und lächelte auf diese ganz spezielle Weise, die Maggie so hasste.

Dann ging es weiter. Zwei Orks, die ihren Weg kreuzten, konnten sie, ohne in Gefahr zu geraten, töten. Aphidor hatte dabei sogar Gelegenheit, seine Künste mit der Armbrust zu erproben.

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„Aber ich bin nicht mehr der beste Schütze“, sagte er, während er zielte.

Maggie stand mit offenem Mund dabei. Am liebsten hätte sie gesagt: „Macht nichts, Ihr werdet Euch ohnehin nicht mehr lange darüber ärgern können.“ Doch Aphidor traf den Ork beim zweiten Schuss tödlich. Im Ernstfall ist der zweite Schuss einer zuviel, dachte Maggie. Wie sollte diese Gruppe lebend bis nach Gondor kommen?

Doch dann gab es eine gute Überraschung, endlich einmal. Als sie schon fast auf der Letzten Brücke waren, erklang hinter ihnen schneller Hufschlag: Sie drehten sich alle kampfbereit um, doch es war Ahreandril, die auf dem Pferd saß.

„Ahreandril!“, rief Illusius und lachte. Gleich darauf schaute er sie streng und auch besorgt an. „Was hat dich aufgehalten?“

Die Angesprochene klopfte ihrem Pferd freundlich auf den Hals. „Ich wurde am Markt aufgehalten und dann hat 'Anmut' noch ein Hufeisen verloren“, erwiderte sie.

Während Illusius und seine Schülerin sich unterhielten, sprach Maglawen zwei Elben an, die am Rand der Brücke auftauchten. Sie berichteten: Ja, es seien vor kurzer Zeit Reisende an ihnen vorbei gekommen, fünf Reiter.

„Weiß man Genaueres über sie?“, fragte Arantion.

„Sie sahen so aus wie wir“, gab Maglawen die Antwort der Elben wieder und lachte. „Leicht gerüstet, beritten, bewaffnet.“

„Na toll... Jajaja, Menschen sehen für Elben alle gleich aus“, kommentierte Ruthir die Botschaft.

Sie ritten weiter, langsam und sehr aufmerksam. Etwa zwei Stunden, bevor die Dunkelheit hereinbrechen würde, fanden sie einen Platz, der sich zum Lagern eignete: hoch gelegen und gut zu überblicken. Ruthir begann, eine Plane über seinen Schlafplatz zu spannen, Arantion spähte die Umgebung noch einmal gründlich aus und Ahreandril begann, die Vorräte zum Kochen vorzubereiten. Na toll, dachte Maggie, eine Frau, die kocht. Alles ist wie immer. Illusius hingegen war begeistert. „Seht Ihr Maglawen, das nenne ich Aufopferung“, sagte er strahlend.

„Ja, ich auch“, erwiderte sie finster.

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Wenig später hatte Aphidor ein kleines Feuer entzündet, das nicht zu viel Rauch erzeugte. Ahreandril schnitt eifrig Zwiebeln, Porree und Kräuter. Auch Fleisch und Käse brodelten bald in dem kleinen Topf, den sie mitgebracht hatte.

Währenddessen erzählte Maglawen mit schlechtem Gewissen von dem Brief, der am Morgen in einem ihrer Stiefel gesteckt hatte. Wieder eine Drohbotschaft der Krähen, wieder mit einem blutverschmiertem Finger, diesmal war es der kleine Finger. Sie hatte ihn in einem der Wachfeuer verbrannt.

Arantion sah sie seltsam an, sagte aber nichts. Aphidor hingegen offenbarte, was nun klar war: „Das heißt, sie wissen, wo wir sind?“

„So sieht es aus“, bekannte Maglawen und merkte zu ihrem Erstaunen, dass es ihr Leid tat, das zu sagen.

Trotzdem aßen sie alle hungrig den leckeren Eintopf, den Ahreandril zubereitet hatte. Dann teilten sie die Wachen ein. Brytwine gähnte schon hinter der vorgehaltenen Hand, als sie „Gute Nacht“, sagte. Illusius schrieb noch eifrig in sein Buch, als Maggie sich in ihren Umhang wickelte, um zu schlafen.

(Zur Erinnerung: Das Lager befindet sich 33.6 S, 20.4 W in den Trollhöhen)

Edit: Typos

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Sa 13. Jun 2015, 09:47 
Wächter Gondors
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Registriert: Sa 7. Jul 2012, 14:43
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Teil 3

Maglawen erwachte, als das Dunkel den Hügel in den Trollhöhen noch nicht endgültig verlassen hatte. Um sie herum schien noch Ruhe zu herrschen. Leise zog sie ihre Stiefel an und hüllte sich in den Umhang; es war kalt.

Eine ganze Weile stand sie etwas oberhalb des Lagers und sah der Sonne entgegen Richtung Osten. Die Unruhe in ihr wurde immer größer, stellte sie fest – fast, als wachse sie, je mehr Menschen sich in Gemeinschaft mit Maggie befanden. Fast sehnsüchtig dachte sie an die Zeiten zurück, in denen sie nur sich selbst Rechenschaft schuldig gewesen war und auf niemanden Rücksicht nehmen musste. Einsamkeit schien ihr leichter zu tragen als Verantwortung.

Auf dem Weg vom Austreten zurück ins Lager fiel ihr Blick auf eine große, schwarze Feder, die am Boden lag: Krähe, eindeutig. Sie starrte sie eine Weile an: warum jetzt eine Botschaft? Die Krähen wussten doch, dass sie auf dem Weg nach Süden war, sie beobachteten sie ja schließlich. Neben der Krähenfeder lag etwas Kleines, in ein Stück Tuch gewickelt. Das konnte doch wohl nicht noch ein Finger sein? Hastig griff sie danach, bevor sie gewahr wurde, dass das Ding dafür zu klein war. Ein scharfer Stich durchfuhr ihren Zeigefinger und sie erschrak so, dass sie das Päckchen fallen ließ. Das hellblaue Tuch entrollte sich und ein Erzsplitter fiel heraus. Sonst nichts.

Mit dem Tuch stoppte sie die Blutung. Es ging schnell, es war kein tiefer Schnitt. Unsicher stand Maglawen da, starrte auf die Feder und den Erzsplitter. Es war keine Nachricht. Nichts sonst war dabei gewesen.

„Guten Morgen, auch schon so früh auf den Beinen?“, begrüßte Brytwine sie, als sie ins Lager zurück kehrte.

„Ich bin auch ganz verblüfft“, antwortete Maglawen und zuckte die Achseln. Immer noch rätselte sie über den Erzsplitter. Was wollten die Krähen ihr sagen? Und wann sollten sie da gewesen sein?

Theylrond war bei Brytwine und meldete, dass es bei der Wache nichts Auffälliges gegeben hatte, und auch die anderen regten sich – bis auf Ruthir, der voraus geritten war. Die kurze Kabbelei mit Illusius, Aphidor und Arantion über das Schlafen in der Wildnis nervte Maglawen, wie sie irritiert feststellte. Ihr Finger pochte.

Bis sie aufgebrochen waren, dauerte es, doch schließlich trotteten die Pferde auf einem Pfad in Richtung Bruchtal. Wie immer, war Arantion der Erste zu Pferd gewesen.

„Scheint ruhig zu sein“, schätzte er die Lage ein.

Maglawen hoffte, dass sie Imladris erreichen würden, bevor die Nacht hereinbrach – es gab Gründe dafür, warum die Gegend Trollhöhen genannt wurde. Das Licht war allerdings fahl heute; die Sonne kam nicht durch die Wolkendecke, trotzdem war ihr sehr warm. Sie schwitzte sogar. Ärgerlich strich sie mit dem Handrücken über ihre Stirn. Wieder durchfuhr sie ein scharfer Schmerz. Nachdenklich blickte sie auf ihre rechte Hand.

Arantion erzählte den anderen etwas über Trolle und über die Ruinen, die hin und wieder aus den Büschen herausragten. Maglawen merkte, dass sie Probleme hatte, dem Gespräch zu folgen. Als die anderen schwiegen, trieb sie ihr Pferd zu seinem.

„Ihr müsst die Gruppe nach Bruchtal bringen“, teilte sie dem Kämpfer mit. Sie wollte nicht, dass die anderen etwas mitbekamen. Sie mussten sicher nach Imladris kommen - scheinbar griffen die Krähen an, obwohl sie ihrem Befehl folgte.

Doch Arantion ließ den gesamten Trupp anhalten und machte auf Maggies Unwohlsein aufmerksam. Sie hätte ihn dafür töten können.

An der Furt ergriff sie die Gelegenheit und machte ein Stück ihres Umhangs zu einer kalten Kompresse für die Hand, die nun rot und stark geschwollen war. 'Sie haben mich vergiftet', dachte Maglawen. 'Aber warum? Sie wollen doch, dass ich zu ihnen komme! Das ergibt doch keinen Sinn!'

„Warst Du schon mal in Bruchtal?“, hörte sie Illusius fragen, doch sie hätte nicht sagen können, mit wem er sprach. Ahreandrils Pferd scheute sich, den Fluss zu durchschreiten und sie warteten, bis sie es durch die Fluten geführt hatte. Dann ging es weiter.

Maggie spürte beunruhigte Blicke, Theylrond sprach auf sie ein – und die Bäume um sie herum schienen auf sie zu fallen. Sie drückte irgendjemandem die Leine des Packpferds in die Hand.

„In Bruchtal können sie nicht angreifen...“, erklärte sie. Ihre Zunge war dick und schwer. Jeder Tritt des Pferdes fühlte sich an, als trete es sie in den Leib.

„Krähenfeder“, lallte sie. Ihr fiel ein, wie ihr Stiefvater sie einmal mit drei Tagen Stubenarrest bestraft hatte. 'Keine Prügel', dachte sie. 'Er hat uns niemals geprügelt.'

„So leben also die Elben, ja?“, hörte sie jemanden sagen. Hatten sie in Edhellond angelegt? Um sie herum waren so viele Stimmen. Andere Seeleute, vielleicht.

Natürlich war Adamant schön, da hatte der Zwerg, bei dem sie Steine kaufen wollte, Recht. Aber sie liebte einen anderen viel mehr.

„Mondstein...“, murmelte sie. „Matter Schein...“

Endlich wurde das Schiff nicht mehr hin und her geworfen, sondern lag ruhig im Hafen. Zufrieden blickte sie über Deck. Doch dann fiel ihr Blick auf einen leblosen Körper.

„Cuillam“, flüsterte sie entsetzt.


Maggie muss ein wenig ruhen, bis es weitergehen kann. Am kommenden Donnerstag ist Gelegenheit für RP in Bruchtal und ich wünsche viel Spaß! Wenn jemand einen Chatlog erstellen und den Bericht weiterführen könnte, fände ich das toll. Ansonsten schickt ihn mir unter spielraumad@posteo.de zu und ich übernehme das. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Sa 20. Jun 2015, 07:33 
Bürger Gondors

Registriert: Sa 23. Jul 2011, 19:13
Beiträge: 694
Wohnort: Goldsengen, Breeland
es waren für Arganthir friedliche Monate in Bruchtal gewesen, nachdem er das Vertrauen Herrn Elronds erlangte war sein bevorzugter aufenthaltsort dessen Bibliothek gewesen. Das die Zeit so dahinraste und ausserhalb des Tales so viel davon vergangen war, war ihm gar nicht bewusst..so sehr Konzentrierte er sich darauf sein Wissen zu vervollständigen und nach einer Bestimmten Information zu suchen.
..bis eines Tages plötzlich in der Haupthalle des heimeligen Hauses eine bekannte Gestallt stand. Illusius. Lange schon hatte er den Freund nicht mehr gesehen und obgleich er in Begleitung einer ihm unbekannten Dame war beschloss Arganthir zu ihm zu gehen und ihn zu begrüßen.

Illusius war hocherfreut und überrascht Arganthir in Bruchtal zu finden..war denn sein Brief bei der Gemeinschaft nicht angekommen?..doch diese Überlegung war völlig nebensächlich als Arganthir die Neuigkeiten erfuhr..die Gondorer waren aufgebrochen..ein kleines Grüppchen nur, aber immerhin. Auch das eine Junge Gondorerin verwundet, wenn nicht sogar vergiftet, bei den Heilern lag trug nicht zu seiner Beruhigung bei.

Als der Großteil der Reisegruppe versammelt war beschlossen sie in die Halle des Feuers zu gehen da es sich dort besser reden ließe als in der Haupthalle. Dort trafen sie auch auf einen leibhaftigen Dúnadan des Nordens der kurz zuvor in Imladris angekommen zu sein schien und Arganthir beschloss sogleich sich mit ihm Bekannt zu machen da er von ihm Bestätigung erhoffte.
..ein altes Schwert war neu geschmiedet und die Waldläufer unter ihrem Obersten waren gen Süden aufgebrochen...
Und über diesen Anführer, seine Absichten und Herkunft hatte Arganthir Wissen gesucht. Sein Beschluss von damals: "ich kehre erst in die Heimat zurück wenn der Norden Frieden gefunden hat, oder wenn der Thron Gondors nicht mehr verwaist ist" kam ins arge Wanken als der Dúnedan zögerlich und mehr umschrieben als ausgesprochen die bestätigung für seine Vermutungen lieferte.
Sein Herz hämmerte in der Brust..konnte das wahr sein? Er sollte..nein, er musste zurück nach Gondor.. und wie es das Schicksal wollte sind die Gondorer hier und warten auf die Genesung der jungen Dame.

Arganthir fasste einen Entschluss,
sein Weg führt nun nach Gondor,
er musste seine Reise Vorbereiten,
mit seinen Freunden und einigen neuen Gesichtern

der Waldläufer schien beeindruckt von Arganthirs Beharrlichkeit und seinem Entschluss und auch er befand sich in dem selben dilemma wie er...und er sagte zu, das er es sich überlegen würde die Gondorer bei ihrer Reise ebenfalls zu begleiten

Illusius schien erleichtert..dessen ehemalige Schülerin nicht so, Aphidor war erfreut und der ihm unbekannte sagte nur etwas wie "Auch gut, ein Schwert mehr uns zu schützen"...das konnte ja noch heiter werden

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ein altes Sprichwort besagt:
Kämpfe wenn nötig,
Siege wenn möglich,
Sterbe wenn du musst,
Aber gib niemals auf!


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 Betreff des Beitrags: Das Warten
BeitragVerfasst: So 21. Jun 2015, 19:39 
Bürger Gondors

Registriert: Do 5. Nov 2009, 15:37
Beiträge: 98
Tage sind vergangen seid sie in Bruchtal angekommen waren. Vieles hat sich nicht verändert seid Illusius das letzte Mal hier war, genauer gesagt hat sich eigentlich garnichts verändert.

Dennoch konnte man eine Veränderung wahrnehmen, es war keine Veränderung an den Bauten oder deren Gärten, man konnte nur wahrnehmen, dass auch die Elben den Wandel der Zeit wahrnamen und sich auf irgendetwas vorbereiten. Doch der im Vergleich zu den Elben, noch junge Mann hatte momentan wichtigeres zu erledigen als nach zu forschen, was die Elben nun gedenken zu tun. Da war immerhin noch Maglawen, welche eine Wunde davon trug und dieses Gift, welche die Wunde verunreinigte. "Wie konnte es jemand schaffen unbemerkt an ihr Lager zu gelangen?".. diese Frage beschäfftigte ihn so sehr, dass er kaum die Gestalten wahrnahm, welche an ihm vorbeihuschten, als er auf dem Weg zu Elronds Haus war.

Dort angekommen, begab er sich in die Haupthalle und sein Grübeln wurde unterbrochen als er auf einmal Manora vor sich sah. Manora war einst seine Schülerin, welche vor ewigkeiten durch zufall an Illusius geraten war, genauso wie auch Illusius druch einen Zufall ihre Bekanntschaft machen durfte. Die Beiden hatten vieles gemeinsam, doch am meisten verband sie die Freundschaft und Zuneigung, welche von Anfang an bestand und gefestigt wurde und das schon nach Kurzer Zeit.

Da standen sie nun und Illusius wie auch Manora hatten mit dieser Begegnung nicht gerechnet. Wie zwei eingeschüchterende , die fast schon überfordert wirkten, ringten sie nach Worten der Begrüßung. Doch dann wich der Schock der Freunde und die Beiden nahmen sich in die Arme. Sie hatten sie viel zu erzählen und zuerst bemerkte es Illusius garnicht. Da stand auf einmal Arganthir. Konnte es ein Traum sein in dem er sich befand?... War es Zufall oder doch Schicksal?... Arganthir und Illusius begrüßten sich herzlich und das erste was Illusius tat, war ihm Manora vorzustellen.

Er Berichtete auch von der Reise der Sippe nach Gondor und was letztens geschah und warum sie gezwungen waren, hier weiterhin als Gäste in Bruchtal zu verweilen. Illusius sah während er Bericht erstattete auch Theylrond und Brytwine die Halle betreten. Er vermutete, die Beiden schauten sich einmal Bruchtal genauer an. Als die Beiden die Gruppe erreichten, stellte Illusius Theylrond und Brytwine, Arganthir vor, wie auch Manora, welche auch teils verwundert war, wie viele sich hier einfanden und miteinander sprachen und berieten, eben auf Grudn der jüngsten Ereignisse. Zu guter letzt traf auch noch Aphidor ein. Und wieder stellte er Manora vor, wobei diese garnicht glücklich schien wenn Illusius sie als "seine ehemalige Schülerin" vorstellte. Wahrscheinlich, weil Illusius sie möglicher weise nur als solche ansehen wollte, anstatt sie als die schöne Frau wahrzunehmen, in dessen Gegenwart er sich immer wohl fülte.
Nach einer weile begaben sie sich in die Halle des Feuers um dort weiter zu beraten, was zu tun sei.

Theylrond und Illusius kamein einfach nicht darüber hin weg, dass es jemanden gelang, trotz Wachdiensten, in dessen Nähe zu gelagen, als sie in der Wildnis der Trohllhöhen ihr Lager hatten und Maglawen dies anzutun. Doch nicht nur das gab Illusius zu denken, sondern auch die Anwesenheit Manoras. Was sollte er ihr berichten und war sie bereit für einen möglichen entgültigen Abschied? Wenn es Maglawens Bekanntschaften es schafften, sie immer und überall ausfindig zu machen und es schafften die Gemeinschaft zu überlisten, dann war größte Sorge angebracht. So entschuldigte er sich und Manora.

Sie gingen weit Abseits der Anderen und setzten sich. Manora kannte Illusius genau, und sie ahnte schon, dass dies kein Gespräch werden würde, wie es früher unter besseren Zeiten stehts war. Er blickte sie immer wieder an. Teils bargen seine Blicke Verzweiflung, wie auch Angst.
Er berichtete ihr von der Reise, welche die Sippe auf sich nahm und deren Gründe dafür. Er berichtete auch, dass er einen Auftrag hätte, welcher sich nicht gegen die Ziele der Sippe richteten, sondern dem Volke Gondors mehr als nützlich sind. Er zog zwei Bücher hervor und reichte ihr eines. Beide schienen identisch und so wie er andeutete, stand in den Büchern das selbe. Eines reichte er ihr, mit der Bitte, sollte er Gondor nicht erreichen sie eines Tages mit dem Buch, welches er ihr überlassen wolle, auf zu suchen und seinen Auftrag zu Ende zu bringen. Sie wirkte auf ihn gefasst, doch als er ein Pergament hervorzog, in dem sein Letzter Wille niedergeschrieben schien, verlor sie fast ihre Fassung. Sie wollte davon garnichts hören und er hatte große Mühe sie zu beruhigen. Letzten endes einwilligte sie aber ein.

Als das getan war, gingen die Beiden wider zu den anderen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Fr 26. Jun 2015, 17:45 
Wächter Gondors
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Beiträge: 818
Teil 5

Fünf Tage waren vergangen, seit sie in Bruchtal angekommen waren. Maglawen wusste es, weil sie danach gefragt hatte. Sie selbst erinnerte sich nur an Bruchstücke der Ereignisse der ersten zwei Tage dort.

Es war noch vor Tagesanbruch und sie war bereits seit längerem wach. In der Kühle des beginnenden Morgens stand sie auf einer Veranda des Letzten Heimeligen Hauses und starrte in den Wasserfall. So viel ging ihr durch den Kopf, manches, das sie liebend gern aus ihm verbannt hätte. Wie Blitzlichter tauchten kurze Passagen aus der ersten Zeit ihrer Vergiftung auf: Kindheitserinnerungen und Jugendsehnsüchte und grässliche Fantasien, die ihr mehr über ihr eigenes Innenleben verrieten, als sie zu wissen begehrt hatte. Doch neben diesen beanspruchte vor allem ein Gedanke Platz: Dass der Anschlag ihr gegolten hatte, da war Maggie sicher, auch wenn der Täter oder die Täterin andere Opfer billigend in Kauf genommen hatte. Doch wer es getan hatte, war eine ganz andere Frage.

Ein Geräusch verriet ihr, dass jemand die Veranda betreten hatte. Als sie sich rasch umsah, begegnete ihr der Blick von Brytwine, die mit Theylrond, Aphidor und Arantion zu ihr getreten war.

Sie seien erleichtert, dass es ihr besser gehe, bekundete sie, und Maggie sagte, 'erleichtert' treffe es gut. Als sie am Morgen ihre Kleidung angelegt hatte, musste sie feststellen, dass sie ziemlich abgenommen hatte.

Die Stimmung war seltsam, bemüht freundlich, aber angespannt. Nur Arantion war gewohnt kurz angebunden.

„Weiß man nun, was der Grund war?“, fragte er ohne höfliche Floskeln.

Maggie antwortete, dass es ein Gift gewesen sei; welches, hatten die Elben nicht sagen können.

Arantion stand mit verschränkten Armen vor ihr. Immerhin habe jeder die Feder aufheben können, sagte er. „Beunruhigt euch das nicht, Maglawen?“

Sie hätte ihn am liebsten getreten, und sagte: „Nein, ich bin völlig entspannt, Arantion.“ Was glaubte dieser Kerl eigentlich?

Erst als Arantion für eine Weile verschwand, ergab sich die Möglichkeit, auch Theylrond, Brytwine und Ahreandril (die mit Illusius und einer Maggie unbekannten Frau zu der Gruppe auf die Terrasse gekommen war) darüber aufzuklären, was es mit den Krähen und dubiosen Päckchen auf sich hatte.

„Und was verlangen sie von Euch?“, fragte Brytwine.

„Sie wollen ein Dokument, das ich... mitgenommen habe“, erwiderte Maggie.

„Wenn die den Bruder haben, dann eher erpressen, warum diese Verfolgung?“, schloss Theylrond seine Frage an.

„Sehr gute Frage, Theylrond“, sagte Maglawen. Wann würden die Leute endlich darauf kommen, dass sich hier vermutlich etwas anderes abgespielt hatte? „Sie wollen, dass ich dorthin komme. Das will Nuas erreichen“, versuchte sie, ihre Begleiter auf das aufmerksam zu machen, was doch offensichtlich schien.

„Aber was hätte denen Eurer Tod genutzt , das Dokument hätten sie doch dann nicht bekommen...“, überlegte Brytwine. Frauen dachten soviel klarer als Männer, stellte Maggie wieder einmal fest.

„Wo oder warum hast du eigentlich den Erzsplitter aufgehoben oder angefasst?“, fragte Aphidor, der bisher sehr still gewesen war.

„Er lag eingepackt neben der Feder“, antwortete ihm Maggie. „Ich dachte, es sei noch ein... Naja. Noch ein Finger.“

„Hmm. Also war der Anschlag allein auf dich gedacht“, überlegte Aphidor daraufhin.

Was für ein Elend – Maglawen stellte fest, dass sie diesen Menschen wirklich mochte. So etwas brachte nur Scherereien.

„Na und?“, meinte Arantion. „So oder so steht ihr unter Beobachtung. So oder so wird die Gruppe nun verfolgt.“

Illusius brachte einen interessanten Gedanken auf. „Maglawen... Ihr habt einst erzählt, Ihr haltet nichts von eurem Bruder und er wohl nicht von Euch. Was wenn diese Idee der Erpressung von ihm stammt?“

Das war an und für sich eine faszinierende Idee. Allerdings hätte Cuillam sie vermutlich nie im Leben gehabt.

Ein Elb trat auf die Veranda und brachte ihnen auf einem Tablett Wasser, Brot und Früchte. „Mado mae, mellyn“, wünschte er, bevor er ging.

Maggie schnappte sich einen Apfel und beschloss, in die Offensive zu gehen.

„Vielleicht möchte jemand von Euch, dass ich die Krähen nicht erreiche“, plauderte sie leicht.

Einige lachten, andere sprachen von einem absurden Gedanken.

„Also, dafür kennen wir dich echt nicht gut genug“, sagte Aphidor. Am liebsten hätte sie ihn angegrinst.

Illusius drehte das Ganze um.

„Maglawen... Wir könnten auch sagen... Ihr wollt nicht, dass wir Gondor erreichen?“, sagte er auf seltsame Art und Weise, drehte dabei eine Hand, als langweile er sich. 'Was führt denn er im Schilde?', fragte sich Maggie.

Hier begann der Streit. Sie beschuldige die Gruppe für ihre eigenen Unzulänglichkeiten, regte Illusius sich auf. „Ihr habt uns in Gefahr gebracht, wurdet schwer verletzt. Die ganze Gruppe hatte keinen Schimmer von der Gefahr und das nenne ich puren Leichtsinn, meine Dame“, empörte sich Theylrond. Es half nicht, dass Maggie darauf hinwies, dass sie ursprünglich allein habe losziehen wollen. Es half nichts, dass Aphidor drauf hinwies, dass allen bekannt gewesen sei, dass Gefahr drohe.

Irgendwann fiel Maglawen auf, dass Ahreandril immer mehr von der Gruppe zurück wich, aber sie hatte keine Kapazitäten mehr frei, um sich darüber Gedanken zu machen. Doch sie sah, dass die Unbekannte, die mit Illusius gekommen war, ihr ein Glas Wasser brachte.

Der Streit eskalierte endgültig, als Maggie eben diese Unbekannte, die ihr als Illusius' ehemalige Schülerin Manora vorgestellt wurde, fast eher im Scherz fragte, ob sie nicht zufällig Kontakt mit Banditen habe.

„Manora ist seid Jahren eine sehr gute Freundin! Sie ist loyal, und kein hinterlistiges Stück und Egomanin, wie Ihr es seid!“, brüllte Illusius.

„Danke für die Blumen“, erwiderte Maggie, sie fühlte Leere in sich. Manchmal war dieses Spiel einfach zu hart.

Der Ausbruch reinigte aber die Luft. Anschließend beschlossen sie per Abstimmung, über Dunland weiterzureisen. Außer Maggie und Arantion war die Mehrheit dafür.

Es begann zu regnen, und sie gingen in Elronds Haus.

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„Ist alles in Ordnung Ahreandril?“, fragte Illusius Ahreandril besorgt.

Die junge Frau sah verschwitzt und zittrig aus, erwiderte aber: „Mir ist nur etwas unwohl nach den Ereignissen heute; aber es geht mir gut.“ Als Maggie zu ihr trat und fragte, ob sie etwas tun könne, erschrak Ahreandril scheinbar so sehr, dass sie fast ihr Wasserglas fallen ließ.

Sie verabredeten, dass sie am nächsten Morgen bei Tagesanbruch aufbrechen würden. Als Maggie die Treppe hinabstieg, um in ihre Kammer zu gehen, sprach Aphidor sie an.

„Wen hast du eigentlich verdächtigt von uns? Arantion, Illusius, Ahreandril und mich oder eher Theylrond und Brytwine?“

Maggie hätte sich in diesem Moment lieber noch einmal vergiften lassen, als antworten zu müssen.

„Alle“, sagte sie leise. „So hab ich's gelernt, Aphidor.“

Er grinste. „Gut zu wissen. Also dann: bis morgen.“

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Do 2. Jul 2015, 22:47 
Wanderer

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Beiträge: 78
Es war noch Morgen als Aphidor mit einem Bündel Feuerholz nach Bruchtal zurück kam. Der Himmel war bewölkt und es hatte angefangen leicht zu regnen.

Am Heimeligen Haus angekommen traf er auf Illusius und Arganthir, beide bereit zum Aufbruch. Als er das Feuerholz vom Regen schützend unter dem Vordach des Hauses legen wollte kamen ihm Brytwine und Theyrond mit einer Unbekannten entgegen, welche sich als Tallys vorstellte und sie auf der Reise begleiten würde. Er musste grinsen. Er kannte da ein paar die würden sich bei diesen Neuigkeiten überhaupt nicht freuen.

Als er sich wieder zu der - nun recht groß gewachsenen - Gruppe gesellte hörte er plötzlich eine bekannte Stimme hinter sich. "Dugal!", rief er erfreut als er eben jenen hinter sich bemerkte. Auch er wollte sich der Gruppe anschließen um nach seiner Frau zu suchen.

Nachdem er vom Rest begrüßt wurde orderte die nun von der größe der Gruppe recht überforderte Maglawen den Aufbruch und sie machten sich auf Bruchtal, nach weitaus mehr Tagen als beabsichtigt, zu verlassen.

Durch den recht anstregenden Aufstieg von Bruchtal aus machten sie eine Rast. Hier stoß auch Arantion auf sie. Die Laubbäume und Bäche Bruchtals wichen nun harten Bergformationen und Nadelbäumen. Davon überzeugt das sie mit dieser Größe sowieso gesichtet werden würden, machte sich Arganthir ran seine prachtvolle Rüstung an zu ziehen.

Aphidor bemerkte Maglawen, Illusius und später Dugal auf Ahreandril einreden, diese schien jedoch allen Fragen auszuweichen, wenn auch recht nervös.

Um die Reise nicht länger aufzuhalten ließen sie schließlich von ihr ab, wobei sich Illusius die Schuld für ihr Verhalten gab, "Was bin ich für ein Lehrmeister, wenn sie mir nicht Vertraut?...", murmelte er.
Aphidor beobachtete Ahreandril. Auch er fand ihr Verhalten nicht typisch für sie, bemerkte er besorgt.

Den engen Schluchten wichen nun weite Weiden, auch wenn sich die Berghänge immer in Sichtweite befanden. Das Wetter besserte sich, der Regen hatte ganz aufgehört und es ließen sich sogar einzelne Sonnenstrahlen blicken.

Nach einiger Zeit machte sie Maglawen auf die unebene Erde aufmerksam und sie gingen den Weg zu Fuß, die Pferde an den Zügeln führend.

Gerade als er ein paar Erdbeeren am Wegesrand gepflückt hatte bemerkte er eine Unruhe in der Gruppe. "Oha!", zischte er als er die tote Frau am Boden bemerkte. Sofort zogen Arantion, Arganthir und Theylrond ihr Waffen, bereit zur Verteidigung. Maglawen inspizierte die Leiche und fand einen Beutel, in dem sich Silbermünzen und eine Krähenfeder befand.
"Mura, eine von den Krähen", berichtete sie der Gruppe.

"Mura von den Krähen? Sie ist also eine Krähe?", fragte Aphidor was Maglawen bejahte. "Seltsam", dachte er. Nun war er vollständig verwirrt. Warum sollten die Krähen einen von ihnen umbringen?

Aphidor beobachtete die Gegend. Irgendwas stimmt hier nicht. Er löste die Armbrust und einen Bolzen von seinem Pferd und spannte sie, den Bolzen noch in der Hand. Sie waren in von zwei Seiten von Steilhängen umgeben jedoch fühlte er eine Gefahr von ihnen ausgehen, auch wenn er diese nicht erklären konnte.

Die Haare auf seinen Armen stellten sich auf und es kribbelte ihn. Dieser Ort war seltsam.
Die vorhin gepflückten Erdbeeren ließ er nun fallen und legte den Bolzen in die gespannte Armbrust.

Sie einigten sich die Passage schnell zu verlassen, auch durch die Gefahr einer Falle des Mörders der Frau.

Als die Sonne schließlich unterging fanden sie einen Ort zum Rasten. Einige fanden diesen Ort zwar mehr als suboptimal, Aphidor fand ihn jedoch ganz passabel. Durch den Steilhang hinter, und dem Wasser neben ihnen wurden sie schon einmal von zwei Seiten geschützt. Aphidor setzt seine Armbrust ab und machte sich auf Anfrage Maglawens dran ein Feuer zu entfachen.

Sowohl Arantion und Arganthir als auch Illusius und Ahreandril, welche er bemerkte noch stiller war als heute Morgen, setzten sich abseits vom Feuer um zu reden. Der Rest diskutierte über die Ereignisse des Tages.

Theylrond glaubte nicht, dass sich Maglawen den Tod der Krähe nicht erklären konnte. Aphidor beobachtete die beiden und entschloss Maglawen vorerst zu glauben - er selbst konnte sich den Grund, abgesehen von ein paar Ideen die er hatte, auch nicht erklären.

Schlussendlich, als der Mond schon weiter gestiegen war als ihm lieb war, machte er sich auf sich schlafen zu legen und hüllte sich unter dem knistern des langsam ausgehenden Feuers und dem hier verschwommenen- im Gegensatz zu Bruchtal glasklaren - Licht des Mondes in seine Decke und schloss die Augen.

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Zuletzt geändert von Aphidor am Sa 4. Jul 2015, 19:47, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Fr 3. Jul 2015, 07:04 
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 Betreff des Beitrags: Re: Nach Hause!
BeitragVerfasst: Mo 6. Jul 2015, 17:14 
Wächter Gondors
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Teil 6

Maglawen drehte den Armreif, von dem sie annahm, dass er ihrer Mutter gehört hatte, hin und her. Ihre Sinne waren auf die Umgebung ausgerichtet, immerhin stand sie Wache, doch in ihrem Inneren lief der heutige Tag noch einmal ab.

Bei leichtem Nieselregen waren sie in Imladris gestartet, doch der hatte sich während ihres Ritts verflüchtigt. Nun konnte sie die kühle Schönheit der Sterne am Nachthimmel sehen. In der Mitte, zwischen den Schlafenden, glühte noch der Rest des kleinen Feuers, das Aphidor gemacht hatte. Etwas abseits konnte sie die Umrisse von Illusius und Ahreandril sehen, die sprachen und gestikulierten. Und weinten - sie konnte hören, dass Ahreandril immer wieder schluchzte.

Zu ihrer Linken irgendwo stand Arantion, ebenfalls als Wächter für die Gruppe. Es war vielleicht die größte Überraschung des Tages gewesen, dass er zu ihr gesagt hatte: "Ich muss mich wohl bei Euch entschuldigen." Dabei war der Tag an Überraschungen nicht arm gewesen: Drei neue Begleiter für die Gruppe, zwei - Tallys und Arganthir - waren ihr unbekannt gewesen, einen - Dugal - kannte und mochte sie, auch wenn sie versucht gewesen war, ihm zu sagen, er solle endlich aufhören, seiner Frau hinterher zu laufen. Stattdessen hatte sie den Gruppenzuwachs nur mit: "Gut, wunderbar. Vielleicht finden sich ja noch ein paar. Ich gehe mal und sattele mein Pferd" kommentiert.

Dann hatten sie Muras Leiche gefunden. Mura war wirklich keine Nette gewesen: hintertückisch, gemein zu Schwächeren, völlig unkritisch gegenüber den Männern der Krähen. Dennoch - auch jemand wie sie hatte es nicht verdient, mit einem lapidaren Stich in den Rücken umgebracht zu werden. Und es sah nicht aus, als seien es die Krähen gewesen - die hatten schließlich ihre Sitten, wie sie in Ungnade gefallene und mit dem Tod bestrafte Bandenmitglieder kennzeichneten...

Maglawen ging einige Schritte und blieb dann an dem neuen Punkt stehen. Mehrfach hatte sie versucht, Ahreandril anzusprechen und heraus zu bekommen, warum die junge Frau wirkte, als sei sie als schlechtes Gewissen auf die Welt gekommen. Aus Maggies Sicht lauerte da die Erklärung für den Anschlag mit dem vergifteten Erzsplitter. Aber Illusius sprang ja immer schäumend vor Wut zur ihrer Verteidigung herbei! Maggie merkte, wie ihr die Galle hochstieg. 'Nun mal langsam', ermahnte sie sich selbst belustigt. 'Du wusstest immer, dass diese bezaubernde Arbeit Konsequenzen hat. Erwarte nicht, dass irgendwelche vor Edelmut strotzenden Helden sich für dich in alle Breschen werfen!' Dennoch: "Habe ich etwas getan in den letzten Tagen, was dir nicht passte? Bitte sag', was habe ich getan, dass du mir nicht mehr vertraust?", hörte sie wieder Illusius' Stimme. Seit sie lagerten, bemühte er sich nur um Ahreandril.

Trotzig steckte Maggie ihre Hände in die Taschen ihrer Weste. Es war kalt nachts, gerade hier auf den Höhen. 'Wird Zeit, dass wir in den Süden kommen', dachte sie. 'Und Zeit, dass ich wieder allein unterwegs bin.'



(ooc: Am Donnerstag werden wir die Nacht weiterspielen, also im direkten Anschluss an unser letztes Rollenspiel. Arantion und Maglawen haben noch Wache, Arganthir kundet die Strecke aus und wartet etwas voraus auf die Gruppe. Beginn wie immer pünktlich um acht! :-))

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