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 Betreff des Beitrags: Ein stummer Aufschrei
BeitragVerfasst: Mi 23. Apr 2014, 14:37 
Wanderer

Registriert: So 8. Sep 2013, 02:33
Beiträge: 79
Es sind erst wenige Stunden vergangen, seit sich unsere Wege getrennt haben. Elphir reist nach Gondor und ich bleibe zurück. Zurück in Enedwaith, in der Obhut Shairmons. Obwohl ich das nicht will. Elphir will es aber so. Ich spüre die Blicke seines besten Freundes förmlich auf mir. Es ist, als würden sich seine Augen in mich hineinbohren. Seit wir in der Zwergenhalle angekommen sind, habe ich kein einziges Wort gesprochen. Der reissende Fluss, den wir überquert haben, hat mir meine letzten Worte geraubt. Viele die hier sind, kenne ich nicht. Ich fühle mich einsam, alleine. Es ist, als würde ich wieder zehn Jahre zurück versetzt werden. Zurück nach Gondor, wo alles begonnen hat. Ich starre von oben auf die tausende von Büchern hinab. Neben mir mein treuer Falke. Ich will sie nicht draussen lassen. Sie schenkt mir Trost. Was die anderen machen, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass wir hier jemanden treffen. Alle sind mit ihr beschäftigt und das ist gut so.

In mir drin ist es so leer. Kummer, Sorge, Trauer und auch ein wenig Wut bringen meinen Körper völlig durcheinander. Ich vergesse zu essen und zu trinnken. Shairmon ist sehr bemüht zu schauen, dass es mir gut geht. Aber ich lasse ihn nicht. Am liebsten würde ich ihn wegscheuchen. Meine Ruhe haben.

Alle haben sich schlafen gelegt. Aber ich schlafe nicht. Immer wieder sehe ich Elphir vor mir. Aber das Bild verblasst immer wieder. Hier gehöre ich nicht hin und hier fühle ich mich nicht wohl. Mir ist kalt. Keine Decke könnte das wärmen, was am meisten zittert und bangt. Mein Herz. Ich sitze bis in die frühen Morgenstunden wach. Die Entscheidung ist längst gefallen. Kraft habe ich genug geschöpft und ich weiss, dass ich dazu jetzt bereit bin. Shairmon wird es schon verstehen, wenn er den Zettel liest:

Shairmon,
ich habe die Rückreise angetreten und werde auf euch warten. Das Begleitpferd lasse ich euch hier, damit ihr die Zelte weiterhin transportieren könnt.
Neth


Mehr braucht es nicht. Ich will hier nicht sein. Ich will ihn nicht um mich haben. Nicht jetzt. Er ist der beste Freund Elphirs, dem Mann, den ich so liebe und den ich jetzt verloren habe. Auf unbestimmte Zeit. Die Frage zerfrisst mich förmlich, ob ich ihn jemals wieder sehen werde. Und nur darum muss ich zurück. In das Haus, in dem wir wohnen. Dort hin wo ich mich zu Hause gefühlt habe, seit er in mein Leben getreten ist. Versprochen habe ich ihm, dass ich dort auf ihn warten werde. Versprochen habe ich so vieles. Aber werde ich es einhalten? Kann ich das? Finde ich die Kraft dazu?

Die Stute ist schnell gesattelt. Ich will weg, bevor es bemerkt wird. Ich will nicht, dass er mich aufhält. Ich will nicht, dass er mich hier gefangen hält, nur weil Elphir es so gewollt hat. Ich bin alt genug, um meine Entscheidungen zu treffen. Ich werde vorsichtig sein. Aber ob das genügt? Warum nur muss ich das noch einmal erleben.

Sie reitet weg. Kreidebleich auf dem Pferd sitzend. Der Schneefalke weist ihr den Weg. Doch die Gefahren die sie auf dem Weg vorfinden wird, werden ihr so schnell nicht aus dem Sinn gehen.


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