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 Betreff des Beitrags: Das Hier und Jetzt
BeitragVerfasst: Di 8. Okt 2013, 14:22 
Wanderer

Registriert: So 8. Sep 2013, 02:33
Beiträge: 79
Kapitel 1

Die erste Zeit

Von weitem sehe ich eine Stadt und halte mich hinter den Bäumen verborgen. Das Treiben vor dem Tor ist unübersehbar. Handelskarren und Reiter gehen dort ein und aus. Ich habe Felle und Fleisch, dass ich von frisch gejagtem Fleisch übrig habe. Ein paar Münzen und eine warme Mahlzeit ist das, was mir wieder einmal gut tun würden. Meine Kleidung ist zerrissen und neue Stoffe an meinem Körper wären bitter nötig. Ich ziehe meinen Mantel um mich, um die gröbsten Stellen zu verdecken und reite durch das hölzerne Tor am südlichen Eingang von Bree. Meine strengen Gesichtszüge ziehen die Blicke auf mich. Ich werde gemustert, als würde ich vom Mond stammen. Eine junge Frau, die mir zulächelt, frage ich nach dem Weg zu einem Schneider und zugleich zu einem Metzger. Ich habe noch nie so eine grosse Stadt gesehen, die so verwinkelt ist, dass man sich darin regelrecht verlaufen kann. Nach langen Verhandlungen und einer gefühlten Ewigkeit später, stehe ich wieder auf der Strasse und nehme mein Pferd bei den Zügeln. Ich lasse es hinter mir her trotten und suche das Gasthaus auf.
Mir schlägt ein Geruch in einer Mischung aus Rauch und Alkohol entgegen. Am liebsten würde ich umdrehen und wieder gehen. Aber ich werde von einem eintretenden, bulligen Mann weiter hinein geschoben. Brummend mahnt er mich, Platz zu machen. Der Wirt ist freundlich und ich verlange nach einem Eintopf und Wasser. "Wasser?", lacht er und schüttelt nur den Kopf. Trotzdem bekomme ich beides und ziehe mich in eine ruhigere Ecke zurück. Ich setze mich so hin, dass keiner zusehen kann, wie ich esse. Mir ist unwohl und ich fühle mich beobachtet. Das wärmende Essen macht sich wohlig in meinem Innersten breit und wärmt meine eiskalten Knochen. Es ist spät geworden und die Blicke ruhen längst nicht mehr auf mir. Zum Glück. So bemerkt auch kaum einer, dass ich die Gaststätte wieder verlasse. Mein Pferd ist gefüttert und gestärkt. Dem Stallburschen gebe ich die Münzen, die dafür nötig sind und steige auf. Eigentlich weiss ich nicht, wohin ich soll. Ich entschliesse mich, wieder den Wald aufzusuchen, von diesem aus ich Bree entdeckt gehabt habe. Ich finde ein Plätzchen, wo ich unbeobachtet bin und schlage mein Lager auf. Schlafen kann ich nicht. Zu vieles geht mir durch den Kopf.

Der nächste Morgen lässt lange auf sich warten. Ich muss zwischendurch doch eingeschlafen sein. Meine Stute weckt mich mit wiehern und schnauben. Sekunden später habe ich meine Waffen zur Hand. Ich bin hellwach. Unweit von meinem Lager höre ich ein Rascheln und so etwas wie Schritte. Mein ganzer Körper spannt sich unweigerlich und auf Verteidigung eingestellt an. Mir wird schlagartig bewusst, dass ich mein Lager neben den Ruinen aufgeschlagen habe, wo im Inneren davon die Räuber ihr Lager haben. Langsam ziehe ich mich rückwärts zurück und beobachte eine Gestalt, die immer näher auf mein Lager zukommt. Kurz bevor ich zuschlagen will, erkenne ich die junge Frau vom Tag zuvor. Mit gepresster Stimme frage ich sie, was sie hier sucht. Wir sitzen zusammen, bis es hell wird. Von ihr habe ich erfahren, dass mehrere Landsleute öfter in der Stadt seien. Ich schicke sie fort und breche mein Lager ab, um mich beim Bürgermeister über diese Leute zu erkundigen.

Ein paar Tage lang beobachte ich die Leute in dieser Stadt. Doch von den Landsleuten sehe ich keine. Ob ich zur falschen Zeit am falschen Ort bin? Mein Entschluss, mich kurz vor dem zehnten Jahr wieder in Gesellschaft zu begeben, steht fest. Doch wie wird sich das auf mich auswirken? Werde ich dort aufgenommen? Eigentlich bin ich eine Wilde. Ziellos ohne Ende einer Reise in Sicht. Ich versuche mich selbst zu beruhigen und schreibe einen Brief an die Adresse, die ich vom Bürgermeister bekommen habe. Ablenkung finde ich wieder auf der Jagd. Heute soll es auch wieder einmal Hasen auf dem Feuer geben. Eine warme Mahlzeit, die mich ständig begleitet. Man möchte meinen, dass ich diesen bald nicht mehr sehen könnte. Doch bin ich sehr dankbar dafür, dass ich überhaupt etwas warmes essen darf.

Nur einen Tag später, kann ich beim Wirt in der Schankstube eine Antwort abholen. Jetzt bin ich aufgeregt. Was um alles in der Welt, wird mich dort erwarten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Hier und Jetzt
BeitragVerfasst: Mo 28. Okt 2013, 15:04 
Wanderer

Registriert: So 8. Sep 2013, 02:33
Beiträge: 79
Das erste Treffen

Ich werde bereits erwartet. Ein Mann steht am Eingang zu einem grossen und schönen Grundstück. Sein Blick entgeht mir nicht, als er mich ansieht. Zugegeben, meine Wahl der Kleidung für diesen Abend, ist unvorteilhaft. Aber es ist das sauberste, was ich gerade habe. Es ist komisch zu wissen, dass da ein paar Leute stehen, die nur mich kennen lernen wollen. Mein Pferd stelle ich neben dem Haus ab. Mir wird erklärt, dass sich die Pferde bei den Elbenstatuen ganz besonders wohl fühlen würden.

Als ich ins Haus trete, fällt mir beinahe die Kinnlade nach unten. Es ist so riesig und so schön eingerichtet. Allerdings ist das erst der Vorraum. Ich folge Bereanor, der vor mir in die grosse Halle tritt. Ich schlucke. So gross und so viele Leute. Viele Leute - für meine Verhältnisse. Wie ich bereits befürchtet habe, beginnt eine lange Fragerei. Sie wollen alles wissen. Alles, bis auf den Teil mit meiner Familie beantworte ich ohne weiteres. Ich erwähne auch Soën. Alle werden hellhörig. Es scheint etwas besonderes zu sein, dass jemand einen Falken hat.

Nach all dem, wird mir das Gästezimmer angeboten. Eigentlich will ich nicht. Aber ich nehme es der Höflichkeit halber an. Alle verabschieden sich auf einmal und gehen beinahe gleichzeitig. Shairmon zeigt mir den Weg zum Gästezimmer, nachdem wir noch ein wenig gesprochen haben. Es ist gross. Viel zu gross. Und viel zu warm. Ich habe bestimmt den ganzen Abend das Fenster aufmachen müssen, damit ich endlich eingeschlafen bin. Aber schlafen ist nicht das, was ich in dieser Nacht wirklich kann. Mir geht vieles durch den Kopf.
Die Entscheidung, ist sie richtig? Soll ich wirklich hier bleiben? Komme ich damit zurecht, dass man so umsorgt wird?
Meine Augenlider geben dann doch nach und ich schlafe die restlichen zwei Stunden bis zum frühen Morgen.


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